Durch die während des Umzugs der Ethnologischen Sammlung angehäuften Arbeiten ist das Erscheinen dieses Heftes in Rückstand gerathen, wird indess durch die in Zwischenzeit ermöglichte Anfüllung vollauf Ersatz dafür bieten. Ereignisse, wie sie sich hier verzeichnen lassen, Ereignisse, wie in der durch Dr. Finsch zwei ­ maligen Bereisung Oceanien’s vollzogenen Grossthat zum Ausdruck gelangen, stehen als einzige da in der Ethnologie und werden im Geschichtsgange derselben als einzige ihrer Art verbleibend zu gelten haben (unter Betracht der gegebenen Verhältnisse). Ein gleich umfassender Apparat für wissenschaftliche Studien ist niemals noch aus Oceanien’s Inselwelt, seit sie der Kenntniss sich erschlossen hat, durch die Thätigkeit eines Einzelreisenden zusammenhängend beschafft worden, und auf die letzten Fahrten fällt zugleich der Ruhmesglanz erster Entdeckung, aus den Kostbarkeiten ethnischer Originalitäten hervorleuchtend, die hier ungetrübt und rein noch glücklich gerettet worden. Und eine ähnliche Glorie umstrahlt, was aus Afrika zu berichten die Original- Mittheilungen sich in den Stand gesetzt finden, die in den Werthen zuverlässig treuer Aechtheit unschätzbaren Sammlungen, welche unsere kühnen Entdeckungs ­ reisenden, (Pogge, Wissmann, Reichard, Francois und ihre Gefährten), aus vorher unzugänglichen Innersten des dunklen Continentes jetzt an das Licht gestellt haben und den Gelehrten der Heimath zu wissenschaftlicher Forschung übergeben. Auch ausserdem noch bietet sich des Werthvollen Vieles in den nachfolgend zur Verfügung gestellten Beiträgen, so vor allem in denjenigen Sammlungen, die in Wohlgeneigter Erneuerung mehrfach schon bewährter Gönnerschaft durch Herrn Er. W. Joest dem Museum aus Ost-Afrika zum Geschenk überwiesen sind, Samm ­ lungen, die mit dem sicheren Tact eines welterfahrenen Blickes ausgewählt, dem sachverständigen Kunstkenner besonders, solchen Hochgenuss gewähren werden, wie unter zunehmender Detailkenntniss zu vollerer Würdigung zu gelangen pflegt. Auch Herr Dr. Boas hat sich gütig bereit gefunden, den Werth der von ihm geschenkten Sammlungen durch sachkundige Erläuterungen aus eigenen Erfahrungen in willkommenster Weise zu erhöhen, und die Mittheilungen des Reisenden Kubary schliessen sich denen des vorigen Heftes an (und werden fernere Fortsetzung erhalten). Mai 1886.