378 B. Referate. Urgeschichte. Wie gesagt, um dieser Kultur ihren Platz anweisen zu können, sind noch viele systematische Forschungen von berufener Seite nötig, namentlich muss man genauer die Wohnplätze der Leute kennen, welche ihre Toten auf den Bergeshöhen Jujuys bestattet haben. Br. li. Lehmann-Nitsche-La Plata. 4Í4. Robert Lehmann-Nitsche: La pretendida existencia actual del Grypotherium. Supersticiones araucanas referentes á la lutra y al tigre. Revista del Museo de La Plata, 1902. Bd. X, p. 269—281. Ameghino schien trotz aller Gegengründe noch anzunehmen, dass der grosse Edentat, dessen Anwesenheit und Gleichzeitigkeit mit dem Menschen in der Eberhardshöhle bei Ultima Esperanza nachgewiesen worden war (s. Centralblatt 1900, S. 113, 371), noch lebend in Patagonien anzutreffen sei und erzählte Yerf. von einem Tier, das die Indianer erefilu nannten und das ganz rätselhaft sei. Yerf. erkundigte sich daher bei seinem araukanischen Freunde Nahuelpi, mit dessen Hilfe er eine grosse Zahl indianischer Er ­ zählungen und Märchen aufgenommen hatte, sofort nach diesem Tier und es stellte sich heraus, dass es ngürüfilu, „Fuchsschlange,“ heisst und weiter nichts ist, als die patagonische — Fischotter, vor der die Araukaner aller ­ dings eine merkwürdige Scheu haben und die sie für den Herrn des Wassers halten. Nahuelpi diktierte in Araukanisch verschiedene selbsterlebte Episoden, in denen der Fischotter alles mögliche zugeschoben wird; beinahe wären Leute ihretwegen ertrunken, sie packe Ross und Reiter und ziehe sie in die Tiefe des Wassers u. s. f. Die Indianer opfern ihr daher und lassen ihr Verehrung zu Teil werden. — Solch ein Tier kann also nicht der aus ­ gestorbene Edentat sein, an dessen Nichtmehrvorkommen keiner, der die Verhältnisse kennt, zweifeln wird. Ergänzend wird dann noch ebenfalls in spanischer Übersetzung eine Erzählung über den Herrn des Landes, den Tiger, mitgeteilt (die Fisch ­ otter ist Herr des Wassers), die stark an das Märchen von Heinrich dem Welfen und seinem Löwe erinnert. Zu Anfang befindet sich eine Litteraturübersicht über die Frage vom Grypotherium. Selbstbericht C. Tagesgeschichte. Stuttgart. Die XIV. Tagung des Internat. Amerikanischen Kongresses wird vom 18.—23. August in Stuttgart stattfinden. Die Geschäftsführung soll den Herren Graf von Linden, Prof, von den Steinen und Prof. Seler anvertraut werden. Die auf dem Kongress zu behandelnden Thema sollen betreffen a) die eingeborenen Stämme von Amerika nach Ursprung, geographischer Verteilung, Geschichte, körper ­ licher Beschaffenheit, Sprachen, materieller Kultur, Mythologie, Kultus, Sitten und Gebräuchen; b) die Denkmäler und die Altertumskunde Amerikas; c) die Geschichte der Entdeckung und Besiedelung des neuen Kontinents. Anmeldungen werden er ­ beten an die Adresse des General-Sekretärs des Organisations-Komitees, Oberstudien ­ rat Dr. Kurt Lampert, Stuttgart, Archivstrasse 3.