B. Referate. Urgeschichte. 377 behandelnd; die Abbildungen, wo solche beigegeben werden, sind durchaus nicht immer einwandfrei, stellenweise unbrauchbar. Nach des Ref. Ansicht wird er zu allgemein, statt zunächst einmal genaue Detailbeschreibungen zu geben. Zu allgemeinen Schilderungen wird man erst berechtigt sein, wenn mehr genaue Fundberichte für die einzelnen Gräber vorliegen. Ref. suchte diesen Fehler durch sorgfältige Aufzählung und Abbildung der Stücke in Form eines simplen Kataloges zu vermeiden. Im allgemeinen ist die Kultur von Jujuy ähnlich der Calchaqui- kultur und Berührungen haben zweifellos stattgefunden. Auffallend ist das Fehlen der grossen, für die Calchaqui charakteristischen Gefässe mit Kugel ­ bauch und hohem, breitem, oben ausladendem Halse. Die wenigen aus Jujuy bekannten Kupfer- und Steinartefakte haben durchaus keinen lokalen oder typischen, sondern einen allgemein andinen Charakter, der sich bis nach Ecuador zu findet. Was sonst aus Jujuy bekannt ist, ist aus leicht ver ­ gänglichem Materiale, Holz, Wolle etc., das sich dank einem geeigneten Klima in den Berghöhen Jujuys prächtig erhalten hat; man kann ein wenden, im Calchaquithale ist solch alles längst vergangen, sonst würde man es finden. Dann müssten sich aber in Jujuy mehr Ähnlichkeiten in Bezug auf Stein ­ objekte und Thongefässe ergeben, als es bis jetzt der Fall ist. Die ganze Frage erscheint dem Ref. noch nicht spruchreif, bis aus Jujuy mehr Material und genaue Fundberichte, namentlich aber Wohnstättenanlagen bekannt sind und im Calchaquithale an Stelle des alles verwüstenden Raubbaues von unberufenen und ungeschulten Abenteurern systematische Forschung ge ­ treten ist. Bemerkenswert unter den leicht vergänglichen Altertümern Jujuys sind prächtige Holzschnitzereien, namentlich eine Art Cigarrenspitzen mit in Relief geschnitzten Yampyrköpfen oder Tierkörpern, in welchen Bündel zusammengebundener Nadeln aus Disteln stecken. Ref. vermutet darin ein Instrument zum Skarifizieren mit nachfolgendem Schröpfen durch An ­ saugen. Ferner kleine Schüsselchen mit schönen Schnitzereien, welche nach Ambrosetti zum Darbringen von Opfergaben dienten. Aus Holz sind ferner Bogen und Pfeil, die Spitze der letzteren Stein oder auch Holz, ferner Löffel und Spachteln, Spindel und Wirtel, Gebisse für Lamas, Tassen und kleine Döschen; aus Knochen sind Falzbeine und Büchschen; aus Wolle allerhand Gewebe, darunter ein sehr schöner Gürtel mit Zickzackornament, eine Mütze und verknotete Schnüre zu unbekanntem Zwecke. Eine Kopf ­ bedeckung in Form eines Strohhutes ist aus den teilweise der Länge nach halbierten Puppenhülsen eines Insektes angefertigt; ein Poncho aus Bast ­ fasern gewebt mit Lamawollzotten darin, sodass diese daran wie an einem Yliess herunterhingen. Eine Prunkaxt steckt noch mit Leder befestigt am Holzstiel. Die Thonsachen sind meist einfache Schüsseln und Tassen. Aus Bast sind auch Stricke und Zäume, die eine auffallende Frische aufweisen.