372 B. Referate. Urgeschichte. wendischen Ursprungs gesammelt, meist Scherben, nur wenige Bronze- und Eisengeräte. Bemerkenswert ist das Vorkommen eines wendischen Urnen ­ grabes mit Leichenbrand bei Gross-Kühnau; es enthielt keine Beigaben. Dr. A. Götze-Berlin. ß. Österreich. 404. K. Äsen: Funde von Steinen mit eingeritzten Zeichen aus Grabhügeln der Hallstattzeit in Oberösterreich. Prähist. Blätter, 1903. Bd. XV, Nr. 1 mit 1 Tafel. Bei Heiligenstadt (Lengau, Oberösterreich) fanden sich in flachen Grab ­ hügeln mit oder ohne Steinpackung ausser Eisenlanzenspitzen, gekerbtem Bronzearmring und Urnenscherben mehrfach Sandsteine mit eingeritzten Zeichen. Sie lagen meistens in der Mitte und auf der Brandschicht, waren faust- bis kopfgross und enthielten sowohl einzelne, wie mehrere buchstaben ­ ähnliche Zeichen, eine Platte sogar eine ganze Zeile derselben. Bei ge ­ schärfter Aufmerksamkeit wurden ähnliche Steine auch unter den Resten zerstörter Gräber gefunden, sonst aber nicht in dem zum Bau der Grab ­ hügel verwendeten Material. Naue bemerkt dazu, dass die Zeichen durchschnittlich 7 cm gross sind und dass einzelne mehrfach wiederkehren, einige wenige auch sorg ­ fältig in Tremolierstich hergestellt sind. Ob sie Personennamen oder sym ­ bolische Zeichen sind, lässt sich natürlich nicht mit Sicherheit behaupten, doch ist eine Absicht bei der Niederlegung inmitten des Grabinventars und der durchgängigen Wahl des weichen Sandsteins unverkennbar. Sie scheinen vorläufig auf einen kleinen Bezirk beschränkt, fehlen aber in der Richtung auf Mondsee und Salzburg, während Eidam in Mittelfranken wieder ähnliche Zeichensteine unter gleichen Fundumständen beobachtet hat. Prof. Dr. Walter-Stettin. 405. Max de Terra: Mitteilungen zum Krapina-Fund unter be ­ sonderer Berücksichtigung der Zähne. Schweiz. Viertel ­ jahresschrift für Zahnheilkunde. (Zürich) 1903. Bd. XIII, Heft I u. II. (43 S.) Bei dem bekannten Krapinafunde des Prof. Gorjanovic in Agram be ­ fanden sich ausser zahlreichen Knochen diluvialer Tiere auch menschliche Reste, welche zu den wichtigsten Dokumenten der Quarternärzeit gehören und somit zu Vergleichszwecken von unschätzbarem Werte sind. In der Beurteilung derselben bezüglich ihres ontogenetischen Charakters gehen die Ansichten der Anthropologen noch auseinander. Während Gorjanovic die von etwa zehn Individuen verschiedenen Alters herrührenden menschlichen Knochenreste im Grossen und Ganzen als normal bezeichnet und einige morphologische Abweichungen derselben als Adaptionseigentümlichkeiten an-