B. Referate. Urgeschichte. 371 friedlicher Hütten zu 2 und 3 beisammen, unabhängig vom Wasserlauf. Sie sind einfacher als die der Steinzeit. Meist sind sie rund und aus ge ­ spaltenen, senkrecht gestellten Hölzern hergestellt, deren Fugen mit Lehm gedichtet sind. Daneben giebt es bienenkorbähnliche Erdwohnungen wie in Lengyel. In der La Tenezeit herrscht der keltische Einzelhof vor. Die Ge ­ bäude eines Hofes stehen noch getrennt, die Wohngrube aber ist ver ­ schwunden. Die Wände bestehen aus Fachwerk mit schweren Pfosten und Lehmverputz. Das Inventar weist auf Ackerwirtschaft und Viehzucht hin. Sämtliche in den zu diesen Siedlungen gehörigen Flachgräbern gefundenen Skelette sind brachykephal und wurden ohne Walfenbeigabe bestattet. Es handelt sich hier eben um die friedliche keltische Bauernschaft, während man in den meist dolichokephalen Skeletten von Langugest die Reste der bahnbrechenden, wehrhaften Ritterschaft vor sich hat. In der gallo-römischen Dekumatlandzeit herrschte noch der keltische Einzelhof, während später grosse Gutskomplexe mit einer villa rustica als Mittelpunkt aufkommen. Die Franken endlich drückten den Dörfern den heutigen fränkischen Charakter auf. Die Anlagen finden sich wieder an denselben Stellen wie zur Steinzeit. Die deutlichste Parallele zum Steinzeithaus bildet das nordische; im provinzialrömischen Bauernhaus tritt der erste Einhaustypus auf. Parallelen dazu finden sich im österreichisch-oberdeutschen Alpenhause. Dr. Gustav Kraitschek-Wien. ß. Spezielles. a. Deutschland. 402. 0. Förtsch: Brand- und Skelettgräber von Bodelwitz, Kr. Ziegenrück. Jahresschrift f. d. Vorgeschichte der sächs.- thtir. Länder, 1902. Bd. I, S. 79—88. Die Brandgräber (Urnengräber) gehören einem schon ziemlich zer ­ störten Gräberfeld an, nach Förtsch stammen einige Beigaben aus dem Ende der Hallstattzeit. Einige kleine Steinringe fanden sich in Kinder ­ gräbern vor und werden von F. als „Zahnringe“ gedeutet. Die an der ­ selben Stelle befindlichen Skelettgräber sind slavisch. Dr. A. Götze-Berlin. 403. H. Seelmann: Wendische Funde aus der Umgebung Dessaus. Jahresschrift f. d. Vorgesch. d. sächs.-thür. Landes, 1902. Bd. I, S. 49—61. Die Gegend ist ziemlich reich an wendischen Ansiedelungsplätzen, die zum Teil ursprünglich wohl befestigt waren. Bei fünf Arten wurden Funde 24*