368 ß. Referate. Urgeschichte. Durchschnitt achteckigen, im Umriss ovalen, meist reich verzierten Griffe, die ovalen oder spitzovalen Griffknäufe und Knöpfe, die unten nach innen abgeschrägten, spitzigen Griffflügel und die meist mit Mittelrippe versehenen Klingen. Mit diesen in Bayern, speziell in Südbayern häufigen Schwertern treten Vasenkopfnadeln auf, die dem Ende der jüngeren Bronzezeit ange ­ boren, wodurch die Zeitstellung der Schwerter bestimmt ist. Typus E zeigt uns Bronzeschwerter mit ähnlichen Klingen wie D. Auch die Griffe sind nicht sehr verschieden, obwohl die achteckige Form manchmal nur schwach ausgeprägt ist oder ganz verschwindet. Die Griff ­ flügel bilden innen nicht mehr einen Dreiviertels-, sondern einen grossen Halbkreis. Diese Schwerter sind in Süddeutschland und Österreich eben ­ falls relativ häufig und so ist denn die von Naue ausgesprochene Ansicht, dass in der jüngeren Bronzezeit in Bayern, Böhmen, Österreich, Ungarn, sowie im Norden zahlreiche Schwertgiessereien bestanden haben, gewiss richtig. Eine gesonderte Betrachtung verdienen die sehr zahlreichen nordischen Bronzeschwerter mit Vollgriffen. Die ältesten derselben mögen aus den Typen B und C, andere aus dem Typus D entstanden sein, aber sie haben eine ganz eigene, spezifisch nordische Entwicklung erfahren, wie sich nicht bloss an den Griffen und ihren meist stark differenzierten Flügeln, ihren Knäufen und Knöpfen, sondern auch an den Ornamenten nachweisen lässt. Immer aber bleiben ihre Formen elegant und die Verzierungen schön, ein Beweis der hohen Stufe der Bronzetechnik und bronzezeitlichen Kunst im Norden. Glücklicherweise besitzen wir zahlreiche Grabfunde, welche die Chronologie der nordischen Bronzeschwerter sicherstellen. Aus den Schwertern des Typus E entwickelten sich zwei Typen, die wahrscheinlich zu Anfang der Eisenzeit in der Schweiz entstanden sind. Es sind die Möriger-Schwerter (auch Rhönetypus genannt) und die Antennen- Schwerter. Die ersteren besitzen eine oben etwas eingezogene, dann aber meist gerade oder mit sanfter Schwellung verlaufende Klinge. Der Voll ­ griff ist doppelkonisch und mit drei erhabenen Bändern versehen. Die anfangs halbkreisförmigen Flügel werden bald nach aussen geführt und bilden eine Art Parierstange. Der ursprüngliche Knauf verschwindet und eine kon ­ kave Platte erscheint, die einen kleinen Knopf trägt. Eine zweite Klasse von Möriger-Schwertern endigt in runde und ovale, aber selten konkave Platten. In der Mitte der Griffe befindet sich eine Vertiefung, die mit drei Knöpfen verziert und mit einer Harzmasse erfüllt war. Das häufige Vor ­ kommen dieser Schwertform in Norddeutschland weist auf ausgedehnte Be ­ ziehungen mit der Schweiz hin. Die Antennen-Schwerter haben sich gleichzeitig mit dem Möriger-Typus entwickelt. Beide Formen gleichen einander, nur endigen die Antennen- Schwerter nicht in Knäufe oder Platten, sondern in Voluten oder Spiralen. Auch diese Schwerter sind in der Schweiz oder in Frankreich entstanden