ß. Referate. Ethnologie. 365 Steinen soll den Weg veranschaulichen, welchen der Ahn und Nationalheld Malu nach Mer genommen hat. Buschan-Stettin. 39a George A. Dorsey and H. R- Voth: The Mishognovi Cere- monies of the Snake and Antelope fraternities. Field Colum- bian Museum Publ. 66. Yol. III, 3. Chicago 1902. Die bisher nur unvollständig in ihrer öffentlichen Feier bekannten Schlangenzeremonien von Mishognovi haben durch diese Publikation eine ebenso vollständige Darstellung erfahren, wie wir sie bereits von denen der Dörfer Walpi und Oraibi besitzen. Obwohl die Priesterschaften von Mishog ­ novi, das noch wenig von den Weissen beeinflusst ist, streng konservativ an ihren Riten festhalten, so gestatteten sie doch aufs bereitwilligste den Beobachtern die Teilnahme an allen esoterischen Zeremonien, was wohl haupt ­ sächlich der Verwendung des sprachkundigen Missionars Yoth zu verdanken ist. Im Ganzen verläuft die Feier sehr ähnlich wie in Oraibi; die Varianten bestehen der Hauptsache nach darin, dass bei der grossen Altar-Zeremonie der Antelopenpriester neben dem Schlangenjüngling und der Schlangenjungfrau noch zwei Vertreter des Kriegerordens der Kalektoka funktionieren, das die Aufbewahrung der gefangenen Schlangen in grossen irdenen Töpfen erfolgt, die später in einer Höhle beigesetzt werden, dass endlich beim Tanze selbst die Reptilien in der in Walpi üblichen Weise gehandhabt werden. Die wichtigste Bereicherung unserer Kenntnisse betreffen diejenigen Vorgänge, die auch auf den anderen Dörfern bisher nur mangelhaft bekannt waren. Namentlich gelang es die Thätigkeit der Schlangenjäger in allen Einzelheiten zu beobachten, sowohl die Art des Einfangens der Reptile, wie auch die vorausgehenden Gebetszeremonien an heiligen Quellen. Auch die Vorgänge bei den rituellen Wettläufen, über die man recht wenig wusste, sind nun ­ mehr ermittelt. Andere interessante Beobachtungen sind die Initiationsweihe der Novizen des Schlangenordens, eine eigentümliche Heilungszeremonie zum Wohle der Kinder und die „Entzauberung der Priester“ am Schluss des Festes. Sehr wichtig ist endlich eine neue Version der Sage vom Schlangen ­ heros, die alle Unklarheiten der bisher bekannten beseitigt. Sehr dankens ­ wert ist auch dieses Mal die Mitteilung der wichtigsten Anreden und Gebete im Originaltext mit freier Übersetzung. Die Illustrierung ist überreich, indem kaum ein Akt unabgebildet bleibt, manche sogar durch ganze Serien veranschaulicht weiden. Natürlich sind auch weniger gelungene Aufnahmen reproduziert, sofern nur der dar ­ gestellte Vorgang von Interesse war. p Ehrenreich-Berlin.