358 B. Referate. Ethnologie. selben Gehirns verläuft die Fissura occipitalis von der Innenfläche quer über die ganze Breite der Konvexität als tiefeinschneidende Spalte bis in die Gegend der Incisura prae-occipitalis; oberflächlicher Gyrus cunei zweimal; Kommunikation der Fissura occipitalis mit dem Sulcus interparietalis, drei ­ mal, an einer rechten und an 2 zusammengehörigen Hemisphären; doppel ­ seitige Überbrückung des Sulcus Rolando. Diese relativ zahlreichen unge ­ wöhnlichen Befunde gemahnen, wie Yerf. mit Recht hervorhebt, zu weiteren Untersuchungen, um den Wert jener Yarietäten ermessen zu lernen. H. Laufer-Giessen. 394. Y. Koganei: Über die Urbewohner von Japan. Mitteil. d. Deutsch. Gesellsch. f. Natur- u. Völkerk. Ostasieus. (Tokyo) 1903. Bd. IX, Teil 3, S. 297—329. Abgedruckt in Globus 1903. Bd. LXXXIV, No. 7 u. 8. Von dem Anatomen in Tokyo, Prof. Koganei, besonders bekannt durch sein grosses Werk über die Aino, liegt jetzt wieder eine Abhandlung vor, welche sich in mancher Beziehung seinen früheren Forschungen anschliesst. Besonders hat er dabei eine Reihe japanischer Arbeiten berücksichtigt und diese hierdurch auch weiteren Kreisen zugänglich gemacht. In ganz Japan sind Rester aus der Steinzeit reichlich vorhanden. Die Zahl der Fundorte beträgt schon mehr als zweitausend. Es sind entweder freiliegende Stellen, wo man einfach auf der Bodenfläche allerlei Gegenstände aus der Steinzeit gefunden hat, oder Erdschichten, die solche enthalten; ferner Muschelhaufen und Erdgruben, d. h. Reste ehemaliger Wohnungen. Die wichtigsten dieser Gegenstände sind Stein- und Knochengeräte; es kommen ferner vor Tonobjekte, wie Gefässe, Platten, menschliche Figuren; und auch menschliche Knochenreste. Es frägt sich nun, ob die Menschen, welche alle diese Reste hinter ­ lassen haben, noch eine einzige Rasse bildeten oder ob es deren mehr als eine war. Die Ansichten darüber sind verschieden. Einige vertreten die Auffassung, dass die Steinzeitreste nicht von den Vorfahren der Aino her ­ rühren, sondern von einem prähistorischen Volke, den Koropokguru. Andere dagegen, und wohl die meisten, sind der Meinung, dass diese Relikten nur den Vorfahren der Aino zuzuschreiben sind. Hauptvertreter der ersten Ansicht ist Prof. Tsuboi; der zweiten Prof. Koganei selbst. In der vor ­ liegenden Schrift nun wird diese Frage ausführlich kritisch behandelt. Es würde uns zu weit führen, wollten wir hier die Argumentation Koganeis in allen Einzelheiten wiedergeben. Es dürfte genügen, hervorzuheben, dass Koganei sich der Koropokguru-Hypothese gegenüber vollständig ablehnend verhält. Bei der mangelhaften und nicht selten kritiklosen Beweisführung Tsubois war dies wohl kaum anders zu erwarten. Die Hauptgründe Koganeis sind folgende: Alle Merkmale, die an den