B. Referate. Ethnologie. 357 hygienisch in Betracht kommende Einrichtungen, wie Beschaffenheit der Moscheen, Bäder (Reinigung der Weiber), Marktwesen, Beseitigung des Schmutzes und der Abwässer, Schlachten der Tiere, Beschaffung von Trinlc- wasser, Beschaffenheit der Friedhöfe, Gefängniswesen, die daselbst an den Gefangenen ausgeübten Grausamkeiten und schliesslich das Pilgerwesen unter ­ richtet. Das 3. Kapitel interessiert mehr den Arzt, insofern darin das öffentliche Wohlfahrts- und moderne Krankenhauswesen behandelt wird, des ­ gleichen das folgende 4. Kapitel, das die Ursachen der Entvölkerung des Landes, als da sind Hungersnot, Epidemien (Pest, Cholera und Typhus), Missbrauch von Alkohol, Tabak, Hanf und Opium, sowie die beständige Anwendung von Aphrodisiaca und reizenden Speisen, darlegt. Das 5. Kapitel bringt eine Schilderung des gegenwärtigen Standes der Medizin in Marokko; neben wenigen diplomierten, bzw. auf arabischen Medizinschulen vorgebildeten Ärzten giebt es noch die sogenannten Tobibs, Ärzte und Apotheker in einer Person, die indessen jedes medizinischen Wissens bar im Herumziehen ihr Gewerbe ausüben; ausserdem kommen für die Bevölkerung die lebenden und bereits gestorbenen Heiligen, Talismane, Amulette, wertvolle Steine u. a. auf Aberglauben beruhende Methoden in Betracht. Kapitel 6, externe Patho ­ logie betitelt, bringt interessante Beiträge zu den chirurgischen Fertigkeiten der einheimischen Medizinmänner, ferner zur einheimischen Augenheilkunde und Geburtshilfe. Im 7. Kapitel erfahren wir näheres über die Yerbreitung der Infektionskrankheiten und die Behandlung derselben durch die ein ­ heimischen Ärzte, im darauffolgenden über die Syphilis und das grosse Heer der sonstigen Hautkrankheiten, im besonderen die Lepra. Im 9. Kapitel lässt sich Yerf. sodann ausführlicher über die Therapie, die eine ganze Reihe von Droguen kennt — 156 werden namentlich angeführt und gleichzeitig die Krankheit angegeben, für welche jedes Mittel ist, — und im besonderen über die Opotherapie aus, die sehr verbreitet ist. Das nächste Kapitel ist allgemeinen Betrachtungen über die Tiermedizin der Marokkaner gewidmet und im 11. stellt der Yerf. Betrachtungen darüber an, wie weit man die eingeborenen Tobibs wirklich nützlich machen kann (Unterrichten in den allgemeinsten medizinischen Kenntnissen auf öffentliche Kosten). Mit einer Schilderung der klimatischen Verhältnisse in Marocco im allgemeinen, und in den Städten Mogador, Tanger, Rabat, Marrakesch und Fez im besonderen (Kapitel 12—17) schliesst das interessante Werk, das für den Ethnologen eine wahre Fundgrube bedeutet. Buschan-Stettin. 393. R. Weinberg: Über einige ungewöhnliche Befunde an Juden ­ hirnen. Biolog. Centralblatt, 1903. Bd. XXIII, S. 154—162. An drei Judenhirnen hat Yerf. eine Anzahl von Abweichungen von der Norm gefunden: Yereinigung des Sulcus Rolando mit der Fissura Sylvii an beiden Hemisphären desselben Gehirns; an der rechten Hemisphäre des ­