354 B. Referate. Ethnologie. vorhanden ist. Wie die Abbildungen zeigen, sind nämlich die Lappen durch ­ aus nicht ungeschickt und wissen ebenso zweckmässige wie geschmackvolle Arbeiten aus Leder, Sehnen, Horn, Bein, Holz und dgl. herzusteilen; die Muster sind häufig dem Eiechtwerk nachgebildet. Seit vorgeschichtlicher Zeit im nördlichsten Teil der skandinavischen Halbinsel wohnend, haben die Lappen seit der Berührung mit Schweden und Norwegern sehr viel von diesen angenommen, wie z. B. die Lehnwörter vuoksa, lcussa, kaitsa, vuosta, salte, körne, laipe, vatas, kolle, silpa, kuopar, Ochs, Kuh, Geiss, Käse (schwed. ost), Salz, Korn, Brot (Laib), Tuch (schwed. radmal, mhd. wat), Gold, Silber, Kupfer u. a. beweisen. Ihre ursprüngliche Sprache haben die Lappen mit der finnischen vertauscht, doch haben sich durch Redeentwickelung die Mundarten so verändert, dass sich Lappen und Finnen nicht mehr ver ­ stehen. Ludwig Wilser-Heidelberg. 390. Milan Markovic: Die serbische Hauskommunion (Zadruga) und ihre Bedeutung in der Vergangenheit und Gegenwart. Leipzig, Duncker & Humblot, 1903. 87 S. Preis 2,40 Mk. Über die serbische Hauskommunion herrschen in Deutschland vielfach falsche Vorstellungen, was daher kommen soll, dass diejenigen, die sich mit ihr beschäftigt haben, die wirtschaftlichen Verhältnisse Serbiens aus persönlicher Erfahrung nicht kennen gelernt haben, auch verschiedentlich nicht einmal über die oberflächlichsten Kenntnisse der serbischen Sprache verfügen. Umsomehr Bedeutung ist daher den Ausführungen des Verfassers beizumessen, der selbst Serbe ist und mit den wirtschaftlichen Verhältnissen seiner Heimat sich eingehend vertraut gemacht hat. Nachdem er einige Notizen über die gegenwärtige Lage der Land ­ wirtschaft in Serbien vorausgeschickt hat, versucht er im 1. Abschnitte Be ­ griff, Wesen und Organisation der Zadruga bei den Südslaven festzulegen. Das Wesen der serbischen Hauskommunion ist durch das serbische Bürger ­ liche Gesetzbuch vom Jahre 1844 zum ersten Male schriftlich fixiert worden. Darnach besteht eine Hauskommunion dort, „wo die Gemeinschaft des Lebens und Vermögens durch Verwandtschaftsbande oder durch Aufnahme in die Kommunion natürlich begründet und befestigt worden ist“. — Im 2. Ab ­ schnitte beschäftigt sich der Verf. mit dem Ursprünge der Zadruga und mit ihrer Stellung in der Geschichte des Grundeigentums, dessen besondere und ältere Form sie darstellt. Er übt zunächst Kritik an den hierüber aufgestellten Theorien, die er sämtlich für unhaltbar erklärt, im besonderen die Theorie Laveleyes, der in der Hauskommunion eine Entwicklungsphase in der Grundeigentumsentwicklung, eine Übergangsstufe vom Gesamteigentum zum Privateigentum erblickt, sodann die Hildebrandts, wonach das Grund ­ eigentum der Hauskommunion nur eine noch nicht vollkommen durchge ­ führte Erbteilung (pro indiviso) oder nur ein Miteigentum (condominium)