B. Referate. Ethnologie. 353 388. E. Rietz: Das Wachstum Berliner Kinder während der Schul ­ jahre. Archiv f. Anthropologie, 1903. 1SL F. Bd. I, S. 30—42. R. maass 5134 Berliner Kinder im schulpflichtigen Alter (6.—19.) aus drei Gymnasien, vier Gemeindeschulen und einer höheren Mädchenschule in Bezug auf ihre Länge, Gewicht und Brustumfang; dabei schied er ärmere Kinder von solchen wohlhabender Klassen. Diese Unscheidung erwies sich als nötig, weil sonst das arithmetische Mittel, wie dies auch von Anderen bereits früher erwiesen wurde, bei den recht beträchtlichen Unterschieden in der körperlichen Entwickelung von Kindern social besser und schlechter gestellten Eltern, einen praktisch wenig verwertbaren Wert ergeben hätte. Diese Unterschiede machen sich auch bei den Berliner Kindern geltend, indem die Differenz zwischen Knaben und Mädchen der höheren Schulen und ihren Altersgenossen in den Gemeindeschulen in der Höhe 5—6 cm, im Gewicht 3—5 Kilo ausmacht. Aber auch die beiden Geschlechter weisen gegeneinander erhebliche Unterschiede auf. Während sich die Kinder beider Geschlechter vom 7. bis zum 11. Lebensjahre die Wagschale halten, werden die Knaben von den Mädchen sowohl in der Länge, als im Gewicht über ­ holt. Mit dem 15. Lebensjahre wurden wieder die Mädchen von den Knaben überflügelt. Dies ist zweifelsohne auf den verschiedenen Zeitpunkt der Puber ­ tätsentwickelung zurückzuführen. Die Pubertätsentwickelung bei den Berliner Mädchen verlegt R. in die Zeit zwischen dem 11. bis 14. Jahre, während sie bei den Knaben erst mit dem 16. Lebensjahre beginnt. Aber auch die socialen Umstände sind von Einfluss auf den Beginn der Pubertät, welcher sich bei den ärmeren Kindern im Vergleiche zu den besser gestellten be ­ deutend verzögert, und zwar sowohl bezüglich der absoluten Längen- als auch der Gewichtswerte. Die Werte der ersteren sehen sich so an, „als ob ihre Zahlenkolonne um ein Jahr nach abwärts verschoben wäre“. Sehr interessante Ergebnisse erhellen aus vergleichenden Betrachtungen ähnlicher Messarbeiten, wie sie in anderen deutschen und ausserdeutschen Städten (Hamburg, Halle, Turin, Boston, Stockholm etc.) vielfach ausgeführt wurden. Dr. Oskar v. Hovorku-Wien. 389. K. B. Wiklund: Lapparna, deras lif och Kultur (Leben und Kultur der Lappen). Svenska Turist föreningens Arsskrift, 1903, S. 15—44. Eine lebendige und anschauliche Schilderung des Lebens und Treibens, der Freuden und Leiden, der Sitten und Gerätschaften der schwedischen Berglappen, eines vielleicht dem Aussterben nahen Völkchens, denn wer weiss, „wann der letzte Nomande sein letztes Renntier schlachten und zu Pflug und Spaten greifen wird?“ Umsomehr wird es Pflicht der Touristen, die in neuerer Zeit Lappmarken häufiger, sogar im Winter auf Schneeschuhen aufsuchen, zu bewahren und zu sammeln, was noch von der lappischen Kultur 23 Intern. Centralblatt für Anthropologie. 1903.