342 B. Referate. Anthropologie. 379. N. Vaschide et CI. Vurpas : Les signes physiques de dégéné ­ rescence. Annali di mevrologia. (Napoli) 1903. Anno XXI, S. 1—72. An Versuchen, die Degenerationszeichen auf eine anatomische Grund ­ lage zu stellen und besonders die psychischen mit den somatischen Merk ­ malen in direktem Zusammenhang zu bringen, hat es bisher nicht gefehlt. In dem bisherigen Misserfolge darin Ordnung zu schaffen, ist offenbar der Grund zu suchen, warum es noch nicht vollkommen gelungen ist, im Studium der Degenerationszeichen systematisch vorwärts zu kommen. Während manche Autoren den Degenerationserscheinungen einen inneren Wert voll ­ kommen absprechen und am leichsten als Zufallsbildungen ansprechen möchten, gehen andere Forscher im Gegenteile wieder gar zu weit und überschätzen ungebührlich ihre Bedeutung. Die beiden Verfasser unterziehen sich nun der nicht sehr dankbaren Aufgabe in das Wirrwarr ein Licht der kritischen Sichtung zu bringen und das weitläufige Feld sozusagen systematisch zu parzellieren. Während man in der Pathologie jenen Menschen als degeneriert bezeichnet, welcher abnormal, von andern verschieden geboren wird, es während seines ganzen Lebens bleibt und auch abnormal stirbt, bezeichnen sie jenes Wesen als degeneriert, welches von der Gesamtheit der anderen Wesen verschieden beschaffen ist, kurz, ein abnormes Wesen darstellt. Es ist zweifellos, dass es Beziehungen giebt zwischen den morphologischen Abweichungen und den degenerativen Störungen des Seelenlebens; sie sind bisher eigentlich nur beim Kretinismus und bei der Idiotie sicher nachge ­ wiesen worden. Auch bei einer Reihe anderer Degenerations-Merkmale scheint bis zu einem gewissen Grade eine Korrelation zu bestehen, nur sind die bisherigen Beobachtungen noch zu spärlich, um endgiltige Schlüsse zu gestatten. Soviel steht jedoch fest, dass in dieser Richtung die Degene ­ rationszeichen des Kopfes und des Gesichtes die wichtigste Rolle spielen; ihnen müssen wir den grössten klinischen und diagnostischen Wert zuschreiben. In der systematischen Einteilung der Degenerationszeichen gehen die Verf. in der Weise vor, dass sie dieselben in zwei grosse Hauptgruppen, eine morphologische und eine funktionelle, einteilen; die erstere ist nach den anatomischen Körperregionen geordnet (Schädel, Rumpf, Gliedmaassen, Haut, Geschlechtsorgane); zur letzteren zählen sie folgende Zustände: Be ­ wegungsanomalien, Ptosis, Blepharospasmus, Strabismus, reflektorische Störungen, Sprach-, Stimm-, Pubertätsanomalien, sensorielle Störungen (Daltonismus, Chromopsie), emotionelle und instinktive Abweichungen, krank ­ hafte Erregungszustände, Verlust der Heredität und Anpassungsfähigkeit. In diesem System sind die anatomischen Abweichungen und Varietäten der inneren Organe gar nicht begriffen. Zum Schlüsse führen sie noch als Beispiel den von Magnan und Galippe beschriebenen Fall eines fast an allen seinen Körperteilen degene ­