B. Referate. Anthropologie. 337 Falle folglich nur eine Variation in der Histogenèse des Verbindungsgewebes vor. R. ist überzeugt, dass eine ganze Reihe atavistischer Erklärungsver ­ suche in ähnlicher Weise auf ihr richtiges Maass zurückzuführen sei; und analysiert einige solche „Rückschläge“ in ähnlicher Weise (Polymastie, Mikro- cephalie, dreigelappte linke Lunge etc.). Indem er den Atavismus als eine für die Erklärung einer ganzen Reihe von sog. reversiven Anomalien min ­ destens unnötige Hypothese bezeichnet, ist er überzeugt, dass dieselben keineswegs ein Wiedererscheinen von Merkmalen nicht ihrer unmittelbaren, sondern mittelbaren Vorfahren bedeuten; er sieht sie vielmehr als ganz neue, auf den Ruinen eines verschwundenen Organes erbaute Organe, als die Folgen einer Excesserscheinung in der Entwickelung einer abortiven Knospe. Der Atavismus und Transformismus schliessen sich seiner Meinung nach aus. Dr. Oskar v. Hovorka - Wien. 373. Metchnikoff et Roux: Inoculation de la syphilis aux singes anthropoides. Revue scientifique, 1903. Série 4, Nr. 7, Août 15. Die beiden Verf. inokulierten Syphilis-Gift auf ein Schimpanse-Weibchen (Clitoris). Nach 25 Tagen entwickelte sich an der geimpften Stelle ein kleines opakes Bläschen, das sich in den nächsten Tagen in ein kleines grauschwarzes Geschwür mit harten Rändern umwandelte. Bald entstanden auch beiderseits in der Inguinalfalte vollständig indolente Drüsenanschwellungen; Ausschlag auf der Haut war noch nicht aufgetreten, als das betreffende Tier in der Académie de médecine vorgestellt wurde. Der bekannte Syphilis ­ kenner Fournier, der anwesend war, bestätigte, dass es sich im vorliegenden Falle zweifelsohne um ein syphilitisches Geschwür handelte. — Der Versuch erscheint insofern von Wichtigkeit, als es bisher trotz vielfacher Inokulations ­ versuche niemanden geglückt ist, die Syphilis auf ein Tier .zu übertragen. Der Versuch mit dem Chimpansen gelang wahrscheinlich aus dem Grunde, weil das Blut der Anthropoiden verwandte Eigenschaften mit dem des Menschen aufweist, wie durch neuere Untersuchungen (s. d. Centralblatt 1903, S. 83, No. 101) erwiesen ist. Buschan-Stettin. 374. V. Giuffrida-Ruggeri: Considerazioni antropologiche sulP infantilisme. Monitorezoolog. ital., 1903. Anno XIV, Nr. 4u.5. Der für die Beurteilung des Infantiiismus als eine Hemmungser ­ scheinung in der ontogenetischen Entwickelung maassgebende Zeitpunkt wird nach Manouvrier in das 15. bis 16. Lebensjahr verlegt. Für die Abschätzung der infantilen Symptome sind manche Körper- maasse sehr wertvoll, auf welche in neuerer Zeit Godin aufmerksam ge ­ macht hat, so beträgt die Höhendifferenz zwischen Brustwarze und Brust ­ beinhöhe im I3V2. Jahre 14 mm, im 14. Jahre 13 mm, im 1472- Jahre 22 Intern. Centralblatt für Anthropologie. 1903.