336 B. Referate. Anthropologie. Ascendenten fest, was auch darin zum Ausdruck kommt, dass bei sämtlichen zur Beobachtung gelangten Descendenten (mit einer einzigen Ausnahme) die Anstaltsbedürftigkeit durchweg in einem früheren Alter sich einstellte als bei den Ascendenten. Buschan-Stettin. 370. John E. Weeks: The influence of heredity on the eye. Medical Record (New York), 1903. Vol. LXIY, Nr. 6, S. 205. Zusammenstellung der bisher aus der Litteratur bekannt gewordenen Fälle von erblicher Übertragung von Anomalien des Auges. Über Ver ­ erbung von Epicanthus, Ptosis, Colobom der Iris, wie auch der Chorioidea, Aniridie, Policorie, Albinismus u. a. liegen diesbezügliche Beobachtungen vor. Besonders häufig wird die Catarakt vererbt; auch Übertragung der Opticusatrophie, und zwar Generationen hindurch, kommt öfters vor. Bei den Affektionen der Netzhaut spielt die Erblichkeit gleichfalls eine grosse Rolle; am häufigsten wird Glaucom, demnächst aber auch Retinitis pigmen ­ tosa und Farbenblindheit übertragen. Buschan-Stettin. 371. Isaiah Frank: The hereditary influence in nystagmus remar- kably illustrated. Medical Record (New York) 1903. Yol. LXIII, S. 175. Bemerkenswerter Fall von Vererbung. X, der mit Nystagmus behaftet war, vererbte diesen Fehler auf ein Enkelkind seiner ersten Frau und eine Tochter seiner zweiten Frau, sowie 5 Enkelkinder dieser zweiten Frau, ohne dass die Mütter der mit Nystagmus behafteten Enkelkinder das gleiche Übel aufwiesen. Buschan-Stettin. 372. E. Rabaud: L’atavisme et les phénomènes tératologiques. Rev. scientifique. Paris 1903. S. 4, tome XX, S. 129—138. R. wendet sich gegen einige Auswüchse der transformistischen Theorie, besonders gegen die übertriebenen Schlussfolgerungen, welche mitunter aus der Annahme eines Rückschlages in den Atavismus resultieren. Er weist zunächst darauf hin, dass selbst die Definition des Begriffes „Atavismus“ noch nicht vollkommen festgelegt und streng umgrenzt sei; bei der Deutung atavistischer Merkmale gehen manche Autoren so weit, dass sie sich mit der Reproduktion von Charakteren direkter Vorfahren nicht begnügen, sondern in Ermangelung derselben gleich auf kollaterale greifen. Mit Hilfe der Kollateralität lasse sich dann alles erklären. Als typisches Beispiel führt er die Spaltung der Endphalangen beim Menschen an, welche genau mit dem normalen Zustande bei den Fischen vergleichbar erscheint. Doch ist es ganz und gar unnötig, so weit zu greifen, denn nach Schenk besteht ganz normalerweise in einem gewissen embryonalen Stadium eine Spaltung der vorknorpeligen Elemente der Endphalangen; es liegt in einem solchen