B. Referate. Anthropologie. 333 1. Das Rückenmark der Knaben ist auf allen Altersstufen durchschnittlich schwerer und auch länger als das der Mädchen. 2. Im Verhältnis zum Gehirn ist das Rückenmark der Knaben von Geburt an leichter, als das der Mädchen. Bei gleichaltrigen (gleich- wie ungleichgrossen) Kindern desselben Geschlechts entspricht durchschnittlich einem schweren Gehirn auch ein schwereres Rückenmark. — Im Laufe des Lebens verschiebt sich das Verhältnis (Rückenmarksgewicht: Hirngewicht) bei beiden Geschlechtern in ziemlich gleichmässiger Weise derart, dass der Quotient R/H von weniger als 1/110 beim Neugeborenen auf etwa 1/50 beim Erwachsenen ansteigt; es wird also mit zunehmendem Alter das Rückenmark im Verhältnis zum Gehirn immer schwerer. 3. Das mittlere Rückenmarksgewicht (bei Geburt 3,0—3,4 gr betragend) nimmt im Laufe der extrauterinen Entwicklung bis ungefähr zum achtfachen (27—28 gr) zu, und zwar ist besonders in den beiden ersten Jahren das Wachstum ein äusserst starkes und wird späterhin in gleichen Zeiten immer geringer. 4. Beim Neugeborenen entsprechen einem Gramm Rückenmark im Mittel 14 cm Körperlänge. Mit zunehmendem Alter trifft immer weniger Körpergrösse (beim Erwachsenen nur noch etwa 6,2 cm) auf die gleiche Quantität Rückenmark. — Im Verhältnis zur Körpergrösse haben die Knaben durchschnittlich ein schwereres Rückenmark als die Mädchen. 5. Die mittlere Länge des Rückenmarks, beim Neugeborenen etwa 14 cm betragend, nimmt extrauterin bis zum gut dreifachen ihres Anfangswertes (45 bezw. 43,7 cm) zu. Diese Längenzunahme erfolgt von vornherein relativ langsam, die in den ersten Lebensjahren stattfindende starke Gewichts ­ vermehrung beruht demnach mehr auf einem Dicken-, als Längenwachstum des Organs. 6. Beim Neugeborenen beträgt die Rückenmarkslänge im Mittel 29,5% der Körperlänge, sinkt dann anfangs langsam, vom Ende des 1. Jahres sehr rasch auf 26—25% (vielleicht vorübergehend sogar noch tiefer), welche Zahl schon dem Verhältnis von Rückenmarks- und Körper ­ länge beim Erwachsenen ungefähr entspricht. Buschan-Stettin. 366. B. Adachi: Hautpigment beim Menschen und bei den Affen. Zeitschrift f. Morphologie und Anthropologie, 1903. Bd. VI. Die eingehende und sorgfältige Arbeit behandelt das Hautpigment bei Mensch (Weisse), Orang, Schimpanse, Gibbon, Cynocephalus, Semnopithecus, Macacus, Cercopithecus, Mycetes, Cebus, Chrysothrix, Ateles, Hapale, Lemur. Unter den Ergebnissen seien die folgenden genannt: Menschliche Neuge ­ borene besitzen bereits Hautpigment, jedoch nach Rassen verschieden, hin ­ sichtlich Häufigkeit, Verbreitung und Menge. Beim Menschen findet sich das Pigment meist in grösserer Menge in der Epidermis als im Corium, dabei sind die Mengen i. A. einander direkt proportional. Im Corium liegt das Pigment bei Erwachsenen nur in den höheren Lagen. Das Pigment der Epidermis liegt intracellulär und intercellulär in meist kugeligen