332 B. Referate- Anthropologie. 364. H. Pfister: Über das Gewicht des Gehirnes und einzelner Hirnteile beim Säugling und älteren Kinde. Neurol. Central ­ blatt, 1903, Nr. 12. Yerf. wog 161 Knaben- und 141 Mädchenhime von Kindern im Alter zwischen 1 Woche und 14 Jahren (wegen Mischehen mit slavischen und romanischen Elementen nicht ganz rasserein), sodass hier eine schöne Er ­ gänzung der Marchandschen Arbeit vorliegt. An 228 von allen Gehirnen wurden weiter Teilwägungen vorgenommen. Aus den (nur je die Mittel ­ werte für jede Altersstufe enthaltenden) Tabellen geht folg, hervor: Das Gesamtgewicht ist auf allen Altersstufen beim Knaben grösser, anfangs um weniger, später um mehr. Bei beiden Geschlechtern wird das erste Drittel der Gesamtzunahme schon am Ende des 8. Monates, das zweite in der ersten Hälfte des dritten Lebensjahres erreicht, dann geht es immer langsamer; aber in einzelnen Fällen werden Werte der Erwachsenen schon im 5. Lebens ­ jahre erreicht. Auf allen Altersstufen besteht sehr starke Variabilität des Gesamtgewichtes. Das absolute Kleinhirngewicht ist stets bei Mädchen ge ­ ringer, die Differenz wächst mit dem Alter. Auch das Kleinhirngewicht schwankt individuell sehr, und zwar nicht immer parallel zum Gesamtge ­ wicht, sein Mittel ist bei Neugeborenen 20 gr. Die Gewichtszunahme ist rascher als die des Gesamthirnes; ihr erstes Drittel erfolgt schon im 6. Monat, das 2. vor Ende des zweiten Jahres. Die absolute Zunahme ist beträchtlich; das Kleinhirn versiebenfacht sein Anfangsgewicht, während das Gesamthim sein Gewicht nur vervierfacht. Das Grosshirn allein ist ebenfalls stes bei Knaben schwerer, zeigt ebenfalls starke Variabilität, in 54,5% war die linke Hemisphäre schwerer als die rechte. Aus diesen und anderen (hier nicht wiedergegebenen Details) sieht man, dass eine Verschiebung des relativen Gewichtes der einzelnen Teile mit dem Wachstum zu Stande kommt, sodass das Kleinhimgewickt von 5,5% beim Neugeborenen auf fast 11% beim Erwachsenen, der Hirnrest von 1,6 auf 2% des Gesamtgewichtes steigt, während das rel. Grosshirngewicht von fast 93% auf 87,5% herabsinkt. Dr. Engen Fischer-Freiburg i. B. 365. H. Pfister: Zur Anthropologie des Rückenmarks. N eurolog. Centralblatt, 1903, Nr. 16 u. 17. Die Untersuchungen des Verf. beruhen auf 72 Rückenmarken v&n Kindern im Alter von 9 Tagen bis 67a Jahren. Das Material stammte aus dem Kaiser- und Kaiserin Friedrich-Krankenhaus zu Berlin; bei der Auswahl desselben war besonders darauf Rücksicht genommen worden, dass alle Fälle mit irgend welcher organischer Erkrankung im Bereiche des Centralnervensystems, ferner frühgeborene, hereditär-luetische, schwer rachi ­ tische Kinder nicht verwendet wurden. Diese Beobachtungen ergaben im wesentlichen folgendes Resultat: