330 B. Referate. Anthropologie. schäftigte, einer Nachprüfung, indem er in seiner Arbeit mehrere Unrichtig ­ keiten gefunden zu haben geglaubt. Er beschäftigt sich vorzugsweise mit den zahlreichen Varietäten des Scheitelbeines und beschreibt ausführlich vier Fälle von os interparietale und 36 Fälle von os prae-interparietale. Vorsichtshalber enthält er sich hierbei einer jeden percentuellen Berechnung. Dr. Oskar v. Hovorka- Wien. 361. G. Paravicini: Di alcune nuove ossicina suturo-fontanellari. Rendiconti del R. Istit. Lomb. di sc. e lett. 1902. S. II, Vol. XXXV, S. 1005—1022. In dem embryologisch aus mehreren Teilen zusammengesetzten Hinter ­ hauptbein können mehrere sonst verknöchernde Nähte persistieren; zu ihnen rechnet P. vorzugsweise: die Sut. transversa squamae occipitis, S. inter- praeinterparietalis, S. basiotico-basiooccipitalis und die S. esoccipito-supra- occipitalis. Er untersuchte in dieser Richtung systematisch die Irrenschädel ­ sammlung zu Mombello, sowie die Sammlung von normalen Schädeln des Prof. Meggi in Pavia und fand hierbei eine Reihe von interessanten Varie- ^ a ^ en • Dr. 0. v. Hovorka-Wien. 362. G. Paravicini: Morfología dell’ osso frontale. Atti della Soc. ital. di sc. natur. V. XLI. (S. 22.) In der Schädelsammlung des Irrenhauses zu Mombello fand P. unter 291 Schädeln 31 metopische. Er registriert den heutigen Stand der Kontro ­ verse über die Bedeutung des Metopismus; denn während die erhaltene Stirnnaht von manchen Anthropologen (Broca, Pommerol, Calori u. a.) auf eine Hypertrophie des Stirnhirns zurückgeführt, demnach als ein Superioritäts- zeichen angesehen wird, finden sie wieder Andere (Mantegazza, Canestrini) vorzüglich bei Idioten, Imbecillen und geistesschwachen Individuen. Auch P. neigt zur letzteren Ansicht. Bei dieser Gelegenheit bespricht er die Morphologie des ganzen Stirnbeins und nimmt seine einzelnen Bestandteile systematisch durch, z. B. die Stirnhöcker, die Arcus superciliares, Cristae frontales laterales, Fossula et Spina trochlearis, Crista frontalis, Sinus frontalis. Dr. Oskar v. Hovorka- Wien. 363. E. Bloch: Der hohe Gaumen. Zeitschrift f. Ohrenheilk., 1903. Bd. XLIV, S. 1—40. Bloch liefert uns in seiner aus der Praxis und für die Praxis ge ­ wonnenen Arbeit auch anthropologisch sehr interessante Daten. Er stellt die Beziehungen fest zwischen hohem Gaumen und habitueller Mundatmung (Hyperplasie der Rachentonsille). Verf. misst den Gaumen am Lebenden mit dem Siebenmannschem Palatometer (Siebenmann, Wien. med. Wochen ­ schrift 1899) \xnd zwar da, wo der Index am grössten wird (höchste Stelle);