326 A. Origmalarbeit. Gruppe I II III IV Stadt 4 3,8 3,27 3,5 Land 4,13 4,1 3,93 3,82 Wir finden hiernach für die besseren Stände einen nicht unbe ­ deutenden Überschuss zu Gunsten des Landes; für die Armen sind die Zahlen fast gleich. Somit müssen die ländlichen Familien, soweit sie wohlhabend sind, sich schneller vermehren, als die städtischen. Ein ungünstiger Einfluss der Städte wäre demnach nachgewiesen. Berechnet man den Durchschnitt für die 4685 Landehen und die 4758 Stadtehen, dann stellt sich heraus, dass auf dem Lande 4,08 Kinder pro Familie das 5. Lebensjahr erreichen und in der Stadt 3,86; bei 100000 Ehen würde man also einen Unterschied von 22000 Menschen in etwa 20 Jahren zu Gunsten des Landes konstatieren können, und zwar nicht etwa wegen grösserer Fruchtbarkeit der Landleute, sondern wegen der grösseren Mortalität in der Stadt. Man beachte weiter, dass die Unterschiede zwischen den Ständen auf dem Lande geringer sind als in der Stadt. Weiter kann ich hinzufügen, dass die Kinder der kinderreichen Ehen auch auf dem Lande bei allen Ständen eine schlechtere Lebensaussicht haben, als Kinder aus weniger fruchtbaren Ehen. Der gefundene Unterschied zwischen Stadt und Land ist nicht zu erklären durch das Alter, in dem die Ehen geschlossen werden, denn die Frauen heiraten auf dem Lande in demselben Alter wie in der Stadt, und merkwürdiger Weise heiraten die Männer sogar später als in der Stadt,*) denn in letzterer heiraten 71 % vor dem 30. Lebens ­ jahr, auf dem Lande hingegen nur 57,44%. Das sind also 14% zu Gunsten der Stadt, während der Unterschied zwischen den ver ­ schiedenen Ständen in der Stadt nur 8% betrug. Deshalb darf man den Schluss machen, dass die geringere Fruchtbarkeit der wohl ­ habenden Klasse in der Stadt nicht durch das Faktum erklärt werden kann, dass die Männer aus besseren Ständen etwas später heiraten. — Ich bin überzeugt, dass auf dem Land und in der Stadt die besseren Stände nur darum weniger Kinder haben, weil sie weniger Kinder wünschen. Da eine zunehmende Kinderzahl nicht als Ver ­ mehrung der Arbeitskraft gelten kann, wird man weniger Kinder wünschen. Dies gilt besonders für die wohlhabenden Familien, bei denen die Kinder nur Geld kosten, ohne durch ihre Arbeit den Wohl- 1) Die Männer der verschiedenen Stände auf dem Lande zeigen in Bezug auf das Alter der Eheschliessung dieselben Unterschiede wie in der Stadt.