A. Originalarbeit. 325 allerdings dem Einfluss der Stadt zugeschrieben werden. Falls sich nun aber herausstellen sollte, dass auch auf dem Lande die wohl ­ habenden Familien weniger kinderreich sind, dann würde jeder Grund fortfallen, die Ursachen der geringeren Fruchtbarkeit dem Stadt ­ leben zur Last zu legen, und es könnte zur Erklärung nur noch der bei allen wohlhabenden Leuten hervortretende Wunsch nach frei ­ williger Beschränkung der Kinderzahl herangezogen werden; wir wissen ja auch, dass wohlhabende Bauern gern die Kinderzahl ein ­ schränken, um den Grundbesitz nicht zu sehr zu zerteilen. Vergleichen wir nunmehr Stadt und Land. Es gelangten durch oben genanntes statistisches Bureau 4685 auf dem Lande lebende Familien zur Untersuchung, die wir denen der oben genannten Städte (4758 Familien) gegenüberstellen können. Anzahl Geburten pro Familie mit Ein ­ schluss der Totgeborenen Gruppe I ärmste II III IV reichste Stadt .... 5,61 5,21 4,35 4,18 Land .... 5,19 5,09 4,75 4,50 Totg eborene pro 100 Geburten Gruppe I II III IV Stadt .... 8,03 3,41 3,60 2,72 Land .... 3,36 3,70 3,98 2 Aus dieser Tabelle geht hervor, dass auch auf dem Lande die Natalität bei der wohlhabenden Klasse geringer ausfällt, als bei den ärmeren Klassen. Soweit hat der Einfluss der Städte damit nichts zu schaffen. Es geht aus diesen Zahlen hervor, dass die Frucht ­ barkeit in der Stadt bei den ärmeren Leuten sogar grösser ist; sie ist demnach auch im Durchschnitt grösser, weil es viel mehr arme als wohlhabende Leute giebt. Auch ist die Anzahl der Totgeborenen auf 100 Geburten auf dem Lande (3,56) grösser, als in der Stadt (3,15). Aber auch hier zeigt sich nun wieder eine nivellierende Kraft; die Zahl der Stadtkinder wird im Vergleich zu denen der Landkinder wieder herabgedrückt durch grössere Mortalität bei ersteren. Das zeigt sich deutlich, wenn wir berechnen, wieviele Kinder pro Ehe das 5. Lebensjahr erreichen.