B. Referate. Urgeschichte. — 0. Tagesgeschichte. 319 war eia mit Kupferrost bedecktes Leinwandstück; ein anderes Leinengewebe war mit Indigo sehr gut blau gefärbt, woraus sich ergiebt, dass die Phönizier schon zu homerischen Zeiten feine Gewebe herzustellen und gut zu färben verstanden. Bei dem Gerben von Leder scheint nicht Gerbsäure, sondern verschiedene Salze verwendet worden zu sein. In einem Salbgefässe fanden sich Reste von phrygischer Butter, wohl die älteste der Welt, da sie ca. 2500 Jahre alt ist. Doch hat sie sich infolge Einwirkung des Grund ­ wassers stark verändert; es erfolgte eine teilweise Umwandlung der Neutral ­ fette in freie Fettsäuren und dann in fettsaure Salze, d. h. Leichenwachs. Dr. Oskar v. Hovorka - Wien. Ç. Afrika. 356. V. Jacques: Instruments de pierre du Congo. Collection Haas. Mém. de la Société d’anthrop. de Bruxelles, 1901. Teil XIX, S. 1—32, mit 20 Taf. Während bisher in Museen und Privatsammlungen insgesamt nur einige 100 Steingeräte vorhanden waren, welche vom unteren Congo und der Gegend der Katarakte stammen, hat Haas eine Sammlung von 655 Stück zusammen ­ gebracht und zwar von einer einzigen Station, einer Werkstätte in der Gegend von Tumba, über deren Beschaffenheit man leider nichts Näheres erfährt. Die Sammlung setzt sich aus folgenden Gruppen zusammen: 555 Pfeil ­ spitzen; 45 Entwürfen von Spitzen, Schlagsplittern, Schabern und Messern; 15 Lanzenspitzen und Dolchen; 4 geschliffenen Beilen; 33 geschlagenen Beilen und Beilchen, Schabern und Messern; 3 verschiedenen Gegenständen. Die Geräte haben teils in Form und Technik grosse Ähnlichkeit mit euro ­ päischen Typen der älteren Steinzeit, teils nähern sie sich oder gleichen solchen der jüngeren Steinzeit. Dr. A. Götze-Berlin. C. Tagesgeschichte. Berlin. Professor F. von Luschan wurde von dem Anthropological Institute of Great Britain and Ireland in London zum Ehrenmitglied erwählt. Cassel. Das Programm der (TI.) Abteilung für Anthropologie, Ethnologie und Prähistorie der vom 20.—28. September zu Cassel tagenden 75. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte weist folgende Vortrüge auf: Achelis (Bremen), Die Religion als Objekt der Völkerkunde. — Alsberg (Cassel), Das erste Auftreten des Menschen in Australien (unter Vorführung von Gypsabgüssen von Fuss- und Gesässabdrücken des Menschen im australischen Sandstein). — Blasius (Braun ­ schweig), 1. Megalithische Bauten des nordwestlichen Deutschlands. 2. Vorge ­ schichtliche Befestigungen im Braunschweigischen und am Harze. 3. Anthropo ­ logische Funde in den Harzer Höhlen. — Gorjanovic-Kramberger (Agram), Neuer Beitrag zur Osteologie des diluvialen Homo Krapinensis (verbunden mit Vorzeigung von neu ausgegrabenen Knochenresten des Diluvial-Menschen von Krapina). — Hagen