318 B. Referate. Urgeschichte. geführt, und zwar im Grundriss der Heiligtümer, der Verehrung konischer Kultgegenstände und der Art der Bauten von fortifikatorischem Charakter; daneben sind ägäische und mykenische Einflüsse erkennbar. Als Zeit er- giebt sich, da auf Malta eine reine Steinzeit noch nicht erwiesen ist, die Bronzezeit etwa im 2. Jahrtausend v. Chr. G. A. Colini hat diese Arbeit im Bullettino di paletn. Ital. XXVIII, 10—12, p. 204—233 ausführlich und anerkennend unter Wiedergabe vieler Abbildungen und Pläne besprochen, um schliesslich in Fig. 8 und 9 im Grundriss zweier Grotten aus Sardinien die Annahme eines nordwestlichen gemeinsamen Ursprungs aller dieser Sepulkral- und Sakralanlagen noch mehr zu stützen. \ Br. Walter-Stettin. e. Asien. 354. R. Leonhard: Paphlagonische Denkmäler (Tumuli, Felsen ­ gräber, Befestigungen). Sep.-Abdr. a. d. 80. Jahresber. der Schles. Gesellsch. f. vaterländ. Kultur. Breslau 1903. 40 S. L. hat auf einer zweiten Reise nach Kleinasien Beobachtungen ver ­ schiedener Art gemacht, welche auch für den Prähistoriker nicht ohne Inter ­ esse sind. So fand er in Paphlagonien Tumuli vor, wodurch die Grenze dieser Denkmäler, welche sich über Phrygien und die Troas nach Europa fortsetzen, in der Richtung nach Nordost weiter geschoben wird. Seine besondere Aufmerksamkeit richtete er auf die Untersuchung der Felsen ­ gräber, von denen er zwei noch unbekannte auffand, und von denen das ­ jenige von Suleimanköi für die Beurteilung dieser ganzen Denkmälerklasse von Bedeutung ist. Sie fallen nach L. vor die Zeit des Einflusses griechischer Kultur und bilden eine selbständige Weiterentwicklung der alten nordhittitischen Kunst. Auffallende Ähnlichkeiten zwischen der paphlagonischen und der mykenischen Kunst weisen auf eine annähernd gleiche Entstehungszeit hin. Als äusserste zeitliche Grenze, bis zu welcher die Felsengräber errichtet wurden, sieht L. den Kimmerier-Einbruch an. Zum Schluss werden einige befestigte Anlagen aus vorgeschichtlicher Zeit beschrieben. Dr. A. Götze-Berlin. 355. R. Robert: Über einige in Phrygien ausgegrabene sehr alte Gegenstände. Mittei], zur Geschichte der Medizin u. Natur ­ wissenschaft, 1902. Bd. I, Heft 4. Ausgrabungsgegenstände aus altphrygischen Gräbern der von G. und A. Körte vermuteten Stadt Gordion bei dem Dorfe Tebi gelangten seitens Koberts zur mikroskopischen und chemischen Untersuchung. Das Holz der Totenkammer war Koniferenholz; eine dunkle, krümelige Masse erwies sich als ein aromatisch riechendes, stark rauchendes Räucherpulver. Ehr schmutzig- braun gefärbtes Gewebsstück, welches wie mit Blut durchtränkt aussah,