316 B. Referate. Urgeschichte. zurückliegenden (wie aus beigefügten Zahlen ersichtlich) Eingravierungen von den mutmaasslich antiken deutlich ab. — Die Frage, zu welchem Zwecke diese Tausende von Zeichnungen angefertigt worden sind, hält schwer zu beantworten. Zu reinem Vergnügen oder aus langer Weile dürfte man sich die grosse Mühe kaum gegeben haben. Verfasser will nicht die Mutmaassungen anderer Beobachter gerade in Abrede stellen. Es mag wohl möglich sein, dass einzelne Zeichen Hieroglyphen vorstellen, dass andere, besonders die Hörner, symbolischen Zwecken dienten, dass sie Unterscheidungszeichen für Tribus, Familien oder einzelne Individuen hinsichtlich ihres Besitztums und ihrer Beschäftigung gewesen sein mögen oder Ereignisse der Nachwelt über ­ liefern sollten u. a. m. Indessen glaubt er doch annehmen zu dürfen, dass die grösste Mehrzahl der Darstellungen zu kulturellen Zwecken angefertigt sein mag. Sicherlieh übte der imposante Ivegel des Monte Bego auf die Bewohner des Landes in der Vorzeit einen geheimnisvollen Zauber aus und mag auch für ein Heiligtum gegolten haben, zu dem in den Sommermonaten die Hirten pilgerten, um hier religiösen Kult zu üben. Die Felsenzeich ­ nungen mögen daher eine Art von Votivgaben vorstellen, den Ausdruck ihrer Wünsche für das Wohlbefinden der Heerden, die Sicherheit der Nieder ­ lassungen, für Zunahme des Besitztums und für guten Erfolg beim Aas ­ üben des Ackerbaus und der Jagd. Vielleicht kommt diese Annahme der Wahrheit noch am nächsten. Die vorliegende erste Arbeit macht uns mit der Geschichte der Felsen ­ zeichnungen von Monte Bego und der darüber existierenden Litteratur be ­ kannt, schildert mit peinlichster Genauigkeit die Mannigfaltigkeit derselben und macht einen Versuch zu ihrer Deutung, die zweite Arbeit berichtet in Form eines Tagebuches über die Ergebnisse der letzten Kampagne des Ver ­ fassers im Sommer 1902. 23 Tafeln der ersten und 10 Tafeln der zweiten Arbeit veranschaulichen in Hunderten von Einzeldarstellungen die für uns immer noch rätselhaften Felsenzeichnungen in den Thälern des Monte Bego. Buschan-S tettin. 353. Albert Mayr: Die vorgesch. Denkmäler von Malta. Abhandl. der k. bayr. Akademie der Wissensch. I. Kl., 1902. XXL Bd., 3. Abh., S. 645—726, m. 12 Tafeln und 7 Plänen. Die seit dem 17. Jahrh. bekannten megalithischen Bauten Maltas sind, bei einem mehrmonatlichen Aufenthalt von neuem untersucht, doch werden die lückenhaften Ergebnisse der schlechten Behandlung der Baureste und dem Fehlen von Fundberichten zugeschrieben. Als uralte Heiligtümer sind Gebäude anzusehen, deren offne Räume von einer halbkreisförmigen Um ­ fassungsmauer und leicht gebogenen Frontmauer umschlossen sind; die ovalen Innenräume liegen hintereinander, im Zug der Eingangslinie stösst man dann hinten noch, auf eine besondre Nische. Diese Grundform zeigt am reinsten