B. Referate. Ethnologie. 305 folgende: Horizontalumfang 526, gr. Länge 186, gr. Breite 134, kl. Stirn ­ breite 9'6, gr. Höhe 150, Ohrhöhe 134 mm; Kopfindex 72,0. Pfeilnaht, speziell ron der Norma occipitalis aus gesehen, erhoben; der Schädel ist also hypsostenocephal, fast scaphocephal. Er entspricht den modernen Boto- kudenschädeln, wie das auch der Fall ist mit den prähistorischen Schädeln ron Lagoa Santa. Die früher in Sambaquis gefundenen Schädel sind dagegen dolichocephal und entsprechen den heutigen Tupí oder Guarani, der be ­ kannten grossen Sprachgruppe. Die Caingangues stehen, wie Verf. nebenbei bemerkt, linguistisch sehr nahe den Guayana, beide gehören, wie die Botokuden, zur grossen Sprach ­ gruppe der Ges. Auf des Verf. Hauptarbeit darf man gespannt sein; die Kraniologie wird dadurch hoffentlich eine neue Beleuchtung erhalten. Der Wert des Kopfindex ist ja in letzter Zeit ausserordentlich verschieden beurteilt worden. Offenbar ist aber doch er resp. gewisse Schwankungsgruppen desselben ein sekundäres Rassen- oder vielmehr in vorliegendem Falle Unterrassenmerkmal und würde, wie die gesamte Kraniometrie, an Wert gewinnen, wenn für gewisse Gebiete zunächst einmal der Nachweis erbracht wird, dass er in der That in Korrelation steht zur sprachlichen Gruppierung. Solche Wechsel ­ beziehungen zwischen Körper und Psyche zu ermitteln, wird stets eine der wichtigsten Aufgaben der Anthropologie bleiben. Vielleicht Hessen sich die aus dem blossen Messen des Schädels festzustellenden Eigentümlichkeiten noch besser verwerten durch Anwendung der sog. Variationsstatistik. Die kranioskopischen Eigentümlichkeiten, die sich aus blossem Betrachten des Schädels ergeben und vom Auge erfasst werden müssen, scheinen bei den beiden hier in Betracht kommenden Gruppen nicht glänzend ausgeprägt zu sein, um Unterschiede festzustellen. J)r. R. Lehmann-Nitsche-La Plata. 341. Carlos Bruch: Descripción de algunos sepulcros Calchaquis. Resultado de las excavaciones efectuadas en Hualfin (Pro ­ vincia de Catamarca). Revista del Musco de La Plata, 1902. Bd. XI, S. 11—27. Verf. ist Entomologe am Museum zu La Plata und benutzte einen Aufenthalt in der Provinz Catamarca, um in Hualfin einige Gräber aufzu ­ decken und mit dem Bleistift des Künstlers äussere und innere Form der ­ selben, sowie die darin gefundenen Gegenstände festzuhalten und auf einem topographischen Plane die Ruinen der alten Ansiedelungen übersichtlich dar ­ zustellen. Die Gräber dieser alten Calchaquikultur zeigen drei Typen. Bei dem ersten ist die Form oval und die Steinsetzung, welche das Grab aus ­ kleidet, ragt gerade noch über den Boden. Bei dem zweiten ist das Grab rund und die Steinsetzung ragt über den Boden hinaus, um sich zu einer an der Spitze offenen Kuppel zusammenzuschliessen. Oft umgiebt noch eine 20 Intern. CeotraJblatt für Anthropologie. 1903.