304 B. Referate. Ethnologie. bare Stämme resp. Individuen, z. B. chilenische Araukanerinnen, handelt. Aus den Papiergeschäften von Buenos Aires stammen z. B. die sämtlichen schönen Photographien von Chacoindianern, welche Yerf. in einem früheren Aufsatze im Globus (Die Guaikurustämme, Bd. 81, S. 1—6, 39—46, 69—78, 105—112, siehe Centralbl. YIII, S. 42) reproduziert hat. Warum giebt er auch hier nicht an, wo er sie her hat? Die Bezeichnungen dürften hier zwar im allgemeinen zutreffend sein, doch habe ich speziell betr. des „Pilagakriegers“ (Abb. 24) und des „Tobahäuptlings, der angeblich 118 Jahre alt wurde“ (Abb. 25) meine begründeten Bedenken. Möge es Yerf. be- schieden sein, alle diese Stämme, die er aus der Litteratur so gründlich kennt, nun auch selber aufzusuchen und zu studieren. Dr. R. Lehmann-Nitsche-La Plata. 339. Erland Nordenskiöld: Präkolumbische Salzgewinnung in der Puna de Jujuy. Verhdl. d. Berlin. Gesellschaft für Anthro ­ pologie, 1902. Bd. XXXIY, S. 336—341. In der Puna de Jujury, einem öden unfruchtbaren Hochlande, wird Borax und Kochsalz gewonnen, ersteres von einer belgischen Gesellschaft, letzteres von den Omaguaca-Indianern, die es mit schweren breiten Eisen ­ äxten in grossen Würfeln von etwa 25 kg Gewicht brechen. Yerf. glaubt mit Recht, dass es ein uralter Gebrauch ist, nur dass die Indianer früher mit grossen, ja riesigen (62,5 cm langen) Steinhauen arbeiteten, wie sie sehr häufig in der Puna gefunden werden und von denen Yerf. eine ganze Anzahl mitbrachte. Sie haben eine sog. Schäftungsrille in der Nähe der Basis und ihre Ränder erheben sich manchmal wulstartig, das längste Stück dürfte aber wohl nicht gefasst worden sein, sondern wurde mit beiden Händen gepackt und einfach so zum Arbeiten verwendet. Eindrücke deuten auch daraufhin, dass man sich bemühte, der Basis eine gut in beide Hände passende Form zu geben. Rr. _ß. Lehmann-Nitsche-La Plata. 340. H. von Ihering: El hombre prehistórico del Brasil. Historia, 1903. Bd. I, Seite 161—172, 1 Tfl. Das Museum zu Säo Paulo in Brasilien, dessen vielseitig thätiger Direktor der Yerf. des vorliegenden Aufsatzes ist, erwarb aus dem Nach ­ lass des verstorbenen Karl von Koseritz eine Sammlung prähistorischer Gegenstände aus Rio Grande do Sul, welche J. in Bd. YI der „Revista del Museo Paulista“ studieren wird. Darunter befindet sich auch ein Sambaqui- schädel von Cidreira, von dem sich bereits Angaben vorfinden bei K. von Koseritz: Bosquejos Etnológicos, Porto Alegre 1874, p. 73—83. In vor ­ liegendem Aufsatze, den Yerf. in einer seit kurzem in Buenos Aires er ­ scheinenden Zeitschrift veröffentlichte, giebt er eine Art vorläufiger Mitteilung über seine Studien, anknüpfend an diese Schädelkapsel. Ihre Maassse sind