296 B. Referate. Ethnologie. bei den andern Weddas wird von diesen irgend eine Art von Pflanzen kulti ­ viert. An Waffen waren Bogen und Äxte vorhanden; ein Knabe besass einen kleinen Kinderbogen nebst Pfeil mit Holzspitze. Über das geistige Leben der Leute konnte Yerf. feststellen, dass die Leute von einem Gott oder Göttern nichts wissen, ebensowenig von bösen Geistern und Dämonen oder einem Fortleben der Seele nach dem Tode. Auch die Unfähigkeit zu zählen oder Geschenke und Geldstücke richtig zu verteilen, wurde fest ­ gestellt. G. Thilenius-Breslau. 330. B. Hagen: Die Gajo-Länder auf Sumatra. Jahresbericht d. Frankfurter Vereins f. Geographie u. Statistik f. 1901—1903, S. 29—85. Frankfurt a. M. 1903. Auf Grund der in der Militärzeitschrift für Niederländisch-Indien, sowie in einer Reihe niederländisch-indischer und holländischer Tagesblätter veröffentlichten Berichte über die in den Jahren 1901 und 1902 nach den Gajo-Ländern unternommenen militärischen Expeditionen, an der indessen auch Beamte der Landesaufnahme und Geologen teilnahmen, versucht Yerf., gestützt auf eigene, während eines langjährigen Aufenthaltes auf Sumatra durch Erkundigung gesammelte Erfahrungen, eine geographisch-ethnographische Schilderung von Land und Leuten dieses bisher so gut wie unbekannten Himmelsstriches zu geben. Die Gajo-Länder bilden ein gebirgiges, ziemlich in sich abgeschlossenes und isoliertes Plateau von 900—1200 m Höhe in dem nördlichen Viertel Sumatras. Wir sehen hier von einer Wiedergabe der geographischen Be ­ dingungen, mit denen Yerf. ausführlich sich beschäftigt, ab, und wollen uns auf die ethnographischen Beobachtungen beschränken. Die Gajos (Gajus) betrachten sich als die Urbewohner der Insel und behaupten, stammverwandt mit den Bataks zu sein. Die anthropologische Untersuchung muss dieses vollauf bestätigen. Die Gajos, wie auch die Alas und Bataks gehören einer und derselben Menschenspielart an, die man als die Urbevölkerung der Sundainseln ansehen muss; Hagen hat für sie frühef die Bezeichnung Urmalaien vorgeschlagen. Ihr Typus kennzeichnet sich durch kleine gedrungene Gestalt, grossen, umfangreichen, langen Kopf (Meso- cephalie), sehr hohe und breite Stirn, vorstehende Jochbogen, kurze, breite, platte Nase, langen Rumpf, kurze Beine und mittellange Arme. Jedoch vermag Yerf. nachzuweisen, dass auch unter den angeführten Yolksstämmen bereits Typen Vorkommen, die auf Mischung mit dem atjehschen Küsten ­ element hinweisen. — Die Gajos sind ein offenes, biedres Naturvolk. Ihre Kleidung soll der der Atjelxs ähnlich, indessen sehr ärmlich und einfach sein; die Frauen tragen selbstgewebte Kleider. Das üppige, wellige, kastanien ­ braune Haar wird von beiden Geschlechtern lang und gut gepflegt getragen. Die Gajos leben in schönen und gut gehaltenen Dörfern (Kampongs). Die