290 B. Referate. Ethnologie. Centren verglichen und beide Mal ein Anwachsen der Körpergrösse kon ­ statiert. Als arithmetisches Mittel ergiebt sich heut für die Grösse der zwanzigjährigen Italiener 1,632 m; als medianer Wert (durch Reihenbildung) 1,629 m. P. Bartels-Berlin. 321. John Homer Hudliston: Über das Leben der Frau im alten Griechenland nach Abbildungen auf griechischen Vasen (nach einem Auszug in) Die Umschau, 1903. Bd. VII, No. 18. Die griechische Litteratur gewährt zwar Einblick in das Leben der Frau, in ihre politische und sociale Stellung wie in ihrer Stellung im Kunst ­ leben des Altertums, doch bildet eine an feineren Details weit reichere Fundgrube zweifellos die bildliche Darstellung. Insbesondere sind es die immerhin spärlichen Überreste der Keramik, welche, für den Yerkauf ar ­ beitend, dem wechselnden, gerade herrschenden Geschmack zwar Rechnung tragen musste, gerade deshalb aber die Frau in der verschiedensten Be ­ leuchtung zeigt. Die Untersuchung der Abbildungen hat Hudliston zu wertvollen kulturgeschichtlichen Resultaten geführt. Die Bilder, Hochzeiten, Toilettensachen, Augenblickseindrücke des täglichen Lebens festhaltend, geben uns in der Yielseitigkeit des Sujets wie der Auffassung eine so lebendige Vorstellung von Sitten, von Beschäftigung, von der reichverzierten Frauen ­ kleidung, von den Gebrauchs- und Einrichtungsgegenständen der vornehmen Welt zur klassischen Zeit, wie wir sie aus der erzählenden Litteratur nicht gewinnen können. Flauptsächlich ist es die athenische Frau, die wir be ­ gegnen, da die Kunst hauptsächlich in Athen zu Hause war. Auch wo sich Darstellungen ausserathenischer Zustände oder mythologischer Vorgänge finden, sehen wir die Charaktere athenischer Frauen, selbst wenn damit ein Anachronismus begangen wird. Dass in manchen dieser Vasen sich noch Zucker oder Schminke vorfand, sei nur nebenbei bemerkt. JDr. Kellner- Unter‘¿öltzsch. 322. R. Weinberg: Die anthropologische Stellung der Esten. Zeit ­ schrift f. Ethnologie, 1903. Bd. XXXV, S. 382—430. 3 Taf. Die Frage nach der anthropologischen Einordnung der Ugro-Finnen wird untersucht auf Grund von Beobachtungen, die an Esten angestellt wurden, und zwar dienten als Grundlage die früheren Studien des Verf. über anthropologische Untersuchungen an 1000 estnischen Rekruten, über die Körperproportionen der Esten, und Ergebnisse anthropologischer Auf ­ nahmen der estnischen Schuljugend. An Schädelmaterial standen 54 und eine Reihe (wieviele?) Q Schädel zur Verfügung. Capacität und allge ­ meine Schädelform bekunden eine mittlere Stellung der Esten unter den weissen Rassen; durchschnittlich herrscht Mesocephalie (Index am Skelett 78, am Lebenden 79) mit Hinneigung zur Brachycephalie. Der „finnische Ge-