288 B. Referate. Ethnologie. bogenem Rande. Der zweite Typus ist durch kurze Cisten mit Einzelbe ­ stattungen charakterisiert und die Ciste steht entweder in einem Cairn oder einfach in der Erde ohne Überbau. In den Cisten mit unverbrannten Knochen ­ resten finden sich Steingeräte, manchmal solche von Bronce und Perlen, sowie Gefässe. Auch typische Brandgräber haben sich in Arran gefunden. Aus den älteren Gräbern stammen Reste von mehreren Individuen verschiedenen Alters. Die Länge der Oberschenkel betrug bei einem Weibe (?) 413, bei einem Manne (?) 447 mm. Der Index der Platymerie ist 69,8 für 8 Männer, und 78,9 für drei Frauen. Die Platycemie betrug für 6 Männer (?) 59,8, für drei Frauen (?) 66 mm. Die Körpergrösse überschritt bei den Männern nicht 5 Fuss 5 Zoll und die Frauen waren kleiner als 5 Fuss. Die Schädel sind brachycephal, verhältnismässig niedrig und orthognath; das Gesicht ist schmal und lang. Im allgemeinen ist diese Bevölkerung gleich der von Long Barrow. — Den jüngeren Gräbern wurden brachycephale Schädel ent ­ nommen (Index 81). Yerf. ist der Ansicht, dass die langschädelige Be ­ völkerung von Arran einer späten Periode der Steinzeit angehört und zu einer späten Einwanderungswelle von Nordwest Frankreich gehört. Sie drang unmittelbar durch den Sankt Georgs-Kanal und nicht über die Hauptinsel in einer Periode, in welcher die Rundköpfe schon von Südwesten nach Norden wanderten und wahrscheinlich in einer Zeit, welche der Kenntnis der Metalle vorausging. Diese begegneten ihren iberischen Vorgänger in Arran vermutlich in der Übergangszeit und begründeten dort, wie ander ­ wärts, eine Gruppe von Gebräuchen, welche während der Bronzezeit dauerten. Gr. Thilenius-Breslau. 319. R. Häcker: Katalog der anthropologischen Sammlung in der anatomischen Anstalt der Universität Tübingen. Mit einem Vorworte von Prof. 0. Froriep. Die Anthropol. Sammlungen Deutschlands, XVI. Braunschweig, Fr. Vieweg, 1902. 52 S. Im Vorworte erfahren wir eingehende Daten über die von Prof. Froriep verfasste Geschichte der anatomischen Anstalt an der im J. 1477 errichteten Universität Tübingen. Die anatomische Sammlung umfasst im Ganzen 260 Schädel, 33 Skelette und einige Gipsabgüsse von Schädeln. Das grösste Kontingent bilden natürlich die aus Württemberg stammenden Schädel (ca. 170). Der kleinste Längen-Breitenindex ist bei Männern 70,83, bei Weibern 76,83; der grösste bei Männern 93,60, bei Weibern 88,13; im Mittel beträgt er bei Männern 82,61, bei Weibern 82,73. Der mittlere Schädelinhalt beträgt für würtembembergische 150 Schädel beiderlei Geschlechts 1457,07 ccm. Die würtembergischen Schädel sind brachycephal und orthocephal, leptoprosop, hypsikonch; die Nase der Weiber ist mesorrhin, der Männer leptorrhin; der Gaumen ist bei beiden Geschlechtern leptostaphylin. Der Längenbreiten ­ index der weiblichen Schädel, wenn der der männlichen sämtlich 100 be-