B. Referate. Ethnologie. 285 bei den Rassen „Mirs“, bei den Südslaven „Zadrugas“. Den historischen Ausgangspunkt der modernen Volksvertretungen müssen wir in den ständischen Versammlungen suchen, die sich zuerst in England etwa im XIII. Jahr ­ hundert bildeten; die Vertretung des ganzen Volkes fand erst während der französischen Revolution statt. Bei der Erwägung der anthropologischen Grundlagen der politischen Entwickelung gelangt W. zu dem Schlüsse, dass wir in der nordeuropäischen Rasse, d. h. grossschädeligen Menschen mit einer grossen Gestalt und heller Pigmentierung, die am höchsten stehenden Vertreter des Menschen ­ geschlechtes anzusehen haben; er rechnet auch aus, dass die besten Geister der neueren Geschichte grösstenteils Vollblutgermanen waren. Durch Kreuzung hochkultivierter mit niedrigstehenden Völkern, aktiver mit passiven (Klemm), starker mit schwachen Rassen (Gobineau) kommt es zur Entartung der Völker, wofür uns die Geschichte viele Beispiele bietet. Darum glaubt W., alle Blutkreuzungen der kaukasischen Rasse mit Negern und Mongolen, ja selbst eine Vermischung der echten Germanen mit dem mediterranen und alpinen Typus vom Standpunkte der historischen Anthropologie verdammen zu müssen. Zu den veranlassenden Momenten des Niederganges eines Volkes zählt W. innere Unruhen, Bürgerkriege, Eheflucht, übermässige Kinder ­ sterblichkeit, Umwandlung eines Agrarstaates in einen Industriestaat, wobei die Landbevölkerung abnimmt, die politische Individualausjätung u. a. Schon im Altertum und im Mittelalter erwiesen sich die Städte als Massengräber der Völker infolge der in ihnen begünstigten Seuchen, Selbstmorde, Ver ­ brechen und Prostitution. Indem W. Virchows, Schaafhausens, Matiegkas, Taylors Ansicht über die geistige Überlegenheit der Brachycephalen bestreitet, schreibt er die ganze europäische Civilisation vollends der germanischen Rasse zu und rechnet hierzu das Papsttum, das Kaisertum, die Renaissance, die französische Revo ­ lution (?) und die napoleonische Weltherrschaft (?). Er findet die germanische Rasse dazu berufen, die Erde mit ihrer Herrschaft zu umspannen. Zum Schlüsse unterzieht W. vom Standpunkte der historischen Anthro ­ pologie die wichtigsten politischen Parteien (konservativ, liberal, social) einer prinzipiellen Prüfung. Dr. Oskar v. Hovorka-Wien. 316. S. Ed. Rheindt: Farmacia cum era in extrema vechune (Die Arzneikunde, wie sie im grauesten Altertume aussah). Buletinul Asociatiunec gener. a corpuliü farmaceutic diu Romania, 1902. Anul. IV, No. 1, Noembre. Bucarest. (24 S.) (Rumänisch.) Die ersten Anfänge der Arzneikunst und Arzneibereitung finden wir in der prähistorischen und erstgeschichtlichen Zeit stets eng verknüpft mit der primitiven Religion; zu jener Zeit waren die Priester nicht nur auch