280 B. Referate. Anthropologie. In den von Paravicini beobachteten Fällen handelte es sich um dege ­ nerierte Personen, im ersten Falle um einen Soldaten, der zwar geistig ge ­ sund zu sein schien, aber verschiedene Anomalien am Ohre (breite, flache Ohrmuschel, Satyrspitze, Darwinsches Knötchen, festsitzendes Ohrläppchen) darbot, im 2. und 3. um epileptische Personen. Bei jenem sass die eine überzählige Brustwarze direkt unterhalb der normalen, bei diesen beiden war ebenfalls nur eine überzählige Warze vorhanden, die auch unterhalb der normalen, indessen mehr nach innen sass. Yerf. erwähnt noch einen von Cascella (Raccoglitore medico 1902, Oct.) beobachteten Fall an einem mikocephalen epileptischen Degenerierten (Mörder). Hier waren drei über ­ zählige Paare von Warzen vorhanden, das oberste Paar unterhalb der nor ­ malen Brüste auf dem Rippenrande, das zweite in der Regio hypochondriaca und das dritte in der Regio cruralis. Buschan-Stettin. 309. Paravicini: Sulla fossetta occipitale mediana. Archivio di psichiatria, 1903. Yol. XXIV, Heft 3, S. 252. Unter 296 Schädeln G-eisteskranker war die mittlere Hinterhaupts ­ grube 11 mal vorhanden. Von einem Falle abgesehen, war das Foramen occipitale stets mehr oder weniger asymmetrisch. Sämtliche Schädel wiesen noch andere osteologische Eigentümlichkeiten degenerativen Charakters auf. Buschan-Stettin. 310. Francesco Cascella: Deila fossetta occipitale media. Arch. di psichiatria, scienze penali ed antrop. crim., 1903. Yol. XXIV, S. 28—33. Yerf. fand unter 707 Schädeln des anthropologischen Museums der Universität Neapel 46 mal eine mittlere Hinterhauptsgrabe, also in 6,5% der Fälle, unter 118 Schädeln von Geisteskranken aus Mittelitalien in 13,6%, unter 47 Yerbrecherschädeln aus der anatomisch-pathologischen Sammlung der Irrenanstalt Aversa in 23,6% und an 73 Leichen in Aversa verstorbener Geisteskranker in 9,5% der Fälle. Muss man nach italienischer Methode schon aus diesen Prozentzahlen herauslesen, dass die mittlere Hinterhauptsgrube ein Degenerationszeichen ist, so lässt die bei den 7 Leichen der Geisteskranken gleichzeitig 6 mal vorkommende Hypertrophie oder wenigstens stärkere Ausbildung des Wurmes oder der Mandeln des Kleinhirns für Yerf. gar keinen Zweifel mehr an dem degenerativen Charakter dieser Abnormität aufkommen. J)r. Laufer-Giessen. 311. G. Paravicini: Di un interessante cranio microcefalico. Atti della Soc. Ital. di Scienze Naturaii. (Milano) 1902. Yol. XLI (28 S.). P. hatte Gelegenheit, den Schädel eines bereits vorher von F. Venanzio zu Lebzeiten untersuchten Mikrocephalen anthropologisch aufzunehmen; mit