278 B. Referate. Anthropologie. zu seiner embryonalen Ausbildung auch einen vollkommeneren Ernährungs ­ mechanismus, als die auf der niederen Stufe stehen gebliebenen Verwandten ihn besitzen. Progressive Anpassungsphänomene kommen offenbar hier zur Erscheinung, deren Werdegang freilich vorläufig noch nicht zu erraten ist“. Die Grundzüge der Entwickelung des Eies der Affen und des Menschen werden in folgenden vier Sätzen gegeben. 1. „Nach der Verschmelzug des Chorion mit dem Uterusepithel müssen die formativen Zellen des zukünftigen Embryos ins Eiinnere geschoben werden“ (S. braucht dafür die Bezeichnung Entypie, d. h. Hineindrückung des Keimfeldes, und er meint, wie bei den Nagern und Insektivoren, bei denen eine Entypie des Keimfeldes statt hat, der Verschluss oder die Abschnürung der Amnion selbst bei nahe verwandten Formen in sehr verschiedener Weise vor sich gehen könne, so möchte auch bei Affen und Menschenaffen dieser Prozess etwas verschiedenartig verlaufen; eine Frage, die erst auf Grund neuer Thatsachen geklärt werden könne). 2. „Zugleich oder unmittelbar danach lösen sich die Bildungszellen des Dotter ­ blatts von den formativen Zellen und bilden einen dem Keimschilde an ­ liegenden Sack.“ 3. „Unmittelbar darauf treten Mesenchymzellen auf, die unter Vergrösserung der Chorionblase zwischen Chorion und Dotterblattblase sich eindrängen und letztere vom Chorion abheben, indem sie die Innenfläche des Chorion austapezieren, und Amnionektoderm wie Dotterblattblase über ­ decken, zugleich in den Zotten ein lockeres Gewebe bildend.“ 4. „Die Abschnürung des amniogenen Ektoderms vom Chorionektoderm geschieht sehr frühzeitig, jedenfalls vor Differenzierung des Keimschildes. Doch können die schlauchartigen, in der Verlängerung des Amnionzipfels gelegenen Schilde, die sich in einigen Fällen vorfanden, als ein Testierender Amnionstiel ge ­ deutet werden.“ Eine bisher nur am Menschen (von His und Minot) be ­ obachtete Bildung, die von ihnen aber nicht mit Sicherheit als normaler Vorgang gedeutet wurde, hat Selenka bei Cercocebus cynomolgus wiederge ­ funden; es ist die sog. Rückenknickung, eine Umbiegung der Längsaxe nach hinten, und zwar genau wie beim Menschen zwischen 12. und 14. Urwirbel. Er bringt dies in Zusammenhang mit einer zweiten, bisher nur vom Menschen bekannten, von ihm bei Cercocebus cynomolgus, verschiedenen Semnopitheci, sowie bei Hylobates concolor und Rafflesi nachgewiesenen Bildung, dem Haftstiel, der, ursprünglich nur eine strangartige Verbindung des Amnion mit dem Chorion, allmählich den Allantoisschlaueh mit den Allantoisgefässen und sogar das ganze hintere Körperende des Embryo, welches daher in der Entwickelung zurückbleibt, in sich aufnimmt. Amerikanische Affen konnten daraufhin nicht untersucht werden, doch scheint es sich um einen für die Primaten charakteristischen Vorgang zu handeln. Auf die interessanten Verschiedenheiten in der Ausbildung der Placenta soll hier nicht eingegangen werden, da wir darüber bald Genaueres erwarten dürfen. Unter den vielen schönen Abbildungen verdient die des kleinsten bekannten Primatenkeimes,