B. Referate. Urgeschichte. 253 Die Beigaben sind bronzezeitlich. Zwischen den Skelettgräbern wurde auch ein Urnengrab mit Leichenbrand gefunden; die Urne enthielt drei kleinere Gefässe und einen Steinhammer. (Der Typus des letzteren gehört hallstatt ­ zeitlichen Urnenfeldern Ostdeutschlands an.) Br. A. Götze-Berlin. s. Russland. 295. W. Szukiewicz: Szkice z archeologii przedhistorycznej Litwy. Epoka Kamienna w gub. Wilenskiej. Mit 5 Tafeln und einer archäologischen Karte. Teil I. Wilno 1901. Sorgfältige Zusammenstellung und Sichtung aller vorhandenen Funde aus der Prähistorie Littauens. Der erste Teil der vorliegenden Bearbeitung beschäftigt sich mit der Steinzeit des Gouvernements Wilno. Die Funde sind weitaus nicht lückenlos, wie ein Blick auf die archäologische Karte zeigt: an manchen Stellen stehen zahlreiche Steinzeitniederlassungen dicht neben einander verzeichnet, an anderen fehlen sie ganz. Sie finden sich vorwiegend, ivie Vf. ausführt, auf Erhöhungen, die dem Verlaufe von Flüssen sich anscldiessen; manche weisen beträchtliche Ausdehnung auf. Auch Gräber fanden sich vor, mit Topfscherben (Urnen) und gebrannten Menschenknochen. Vf. glaubt aus den Funden schliessen zu sollen, dass Leichenbrand in der Steinzeit vorwiegender Kultus war. Die Asche ward in Urnen flach bei ­ gesetzt, ringsum von kleinen Steinen umgeben. Zur neolithischen Zeit (ge ­ schliffener Stein) gelangte die Asche ohne weiteres in den Erdboden; Urnen gab es nicht. Seine Werkstätten verlegte der Steinmensch natürlich vor allem da an, wo es viel Feuerstein gab. Unter den Feuersteinfunden über ­ wiegen Pfeilspitzen von verschiedener Form, Messer, Schaber, Sägen, Kelte. Alles Werkzeug ist vorzugsweise neolithisch. Nach den bisherig vorliegenden Ermittelungen glaubt Vf., im Westen des Gouvernements Wilno sei die Steinkultur zu besserer Entfaltung gekommen, als im östlichen Teil dieses Gebietes Littauens. Die Untersuchungen werden vom Vf. fortgesetzt und eine demnächstige weitere Veröffentlichung in Aussicht gestellt. (Nach Russische Zeitschrift für Anthropologie 1902.) Br. B. Weinberg-Dorpat 296. W. J. Goschkewitsch: Schätze und Altertümer des Gou ­ vernements Cherson. Erstes Buch. (Russ.) Cherson 1903. 196 Seiten mit XX Tafeln Abbildungen. Der Zweck des Buches ist zunächst, die Einwohner des Gouv. Cherson mit den Münzfunden und Altertümern des Landes bekannt zu machen, ferner aber, den Mäcenen der Wissenschaft reichliches Material zu weiteren Studien in die Hand zu geben. Der erste Teil beschäftigt sich (S. 3—82) mit den Schätzen und den Schatzgräbern. Wer hat das Recht, nach Schätzen zu suchen? Wer darf die Kurgane aufgraben? Dann berichtet der Verfasser über die Er ­