252 B. Referate. Urgeschichte. bürg, Siersleben, Sittichenbach, Stedten, Volkstedt, Welbsleben, Welfesholz, Wüstung, Wesenstedt, Ober-Wiederstedt, Wormsleben, Zabenstedt. Dr. A. Götze-Berlin. 293. P. Höfer: Baalberge. Jahresschrift f. d. Vorgesch. d. sächs.- thür. Länder, 1902. Bd. I, S. 16—49. H. berichtet über die Ausgrabung eines grossen Tumulus bei Baal ­ berge, welche er zusammen mit Kommissionsrat Kälber aus Bernburg im Juni 1901 ausgeführt hat. Der grosse Hügel von 133 m Umfang und 5 3 / 4 m Höhe wurde durch einen 2 m breiten Graben und zwei hiervon nach Süden abzweigende Gräben aufgeschlossen, ausserdem kam noch die Erdsonde zur Anwendung. Der Befund war folgender: In der Hügelmitte in geringer Tiefe drei bereits ausgenommene Steinkistengräber, darunter sechs ebensolche, weiter eine dritte Schicht mit Steinplatten umsetzter Gräber (A) mit einem Henkelgefäss und zwei Bronzedolchen, und am Grunde des Hügels ein Kistengrab (C) mit einer Henkelkanne und einer Henkel ­ tasse. Im westlichen Teile des Hügels eine Steinkiste (D) ] /-> m unter der Fläche des Abhanges mit zwei Gefässen der Schnurkeramik und einem I euersteinmesser. Im östlichen Teile des Hügels eine auf der Hügelbasis stehende Steinkiste (B) mit zwei Abteilungen, in deren einer ein Gefäss des Bernburger Typus, in deren anderer zwei Kugelamphoren standen. H. benutzt diesen Befund zu einer chronologischen Bestimmung. Indem er das unterste Grab in der Mitte (C) für älter ansieht als dasjenige im westlichen Hügelteile (D), und indem er die Gefässe des Grabes (C) für Verwandte des Bernburger Typus hält, schliesst er darauf aus das höhere Alter dieser Gruppe vor der Schnurkeramik. Ohne mich hier auf andere mögliche Fehlerquellen einzulassen, will ich nur bemerken, dass der Nach ­ weis für die Zugehörigkeit der Gefässe von C zum Bernburger Typus nicht erbracht und somit auch der darauf beruhende Schluss hinfällig ist. In einem Exkurs über den Latdorfer Hügel, dessen Verhältnisse ich gerade für die Priorität der Schnurkeramik angezogen habe, sucht er das Gegenteil nachzuweisen, aber auch hier entbehren seine Prämissen der Beweiskraft. Ich kann mich im Rahmen dieses Referates natürlich nicht des Näheren darauf einlassen und behalte mir die speziellen Nachweise für eine andere Gelegenheit vor. Dr. A. Götze-Berlin. 294. P. Zschiesche: Gräberfeld aus der Bronzezeit bei Walters ­ leben, Kr. Erfurt. Jahresschrift f. d. Vorgeschichte d. sächs.- thür. Länder, 1902. Bd. I, S. 116—124. Bericht über die Ausgrabung von 13 Gräbern. Von diesen enthalten II gestreckte Skelette meistens in Kistengräbern, seltener frei in der Erde oder nur mit Steinplatten bedeckt. Eine Kiste enthielt Brandknochen.