250 B. Referate. Urgeschichte sind 20 Exemplare und Bruchstücke von 20 weiteren erhalten. Mehrere Bruchstücke von Bronzeblech sieht G. als Teile eines Helmes an. Ferner wurden eine Menge Scherben von Terra sigillata und 2 Gefässe aus Terra nigra gefunden. Von den einheimischen Gefässen bemerkt G., dass sie sämtlich auf der Drehscheibe gefertigt, manche auch in Formen ausgepresst seien. Dazu kommen noch eine Menge kleiner Objekte, Spinnwirtel, Perlen etc. aus Thon und Glas, sowie dünne Hornstangen. Auf dem Gelände des Gräberfeldes wurden ferner steinzeitliche Einzel ­ funde und eine Wohngrube der jüngsten Hallstatt- oder älteren La Tene- Zeit aufgefunden, in welcher G. eine Fussbodenheizung nach Art der römischen Hypokausten erkennen zu können glaubt. Dr. A. Götze-Berlin. 288. Gundermann: Die vorrömischen Bronzen aus Oberhessen in Giessen. Oberhess. Geschichtsverein. Fundbericht für die Jahre 1899—1901. Giessen 1902, S. 52—77. Eine Zusammenstellung der Bronzen erstens nach Fundorten und zweitens nach Gegenständen geordnet. Sie zeigt, das das behandelte Gebiet durchaus nicht arm an Bronzen ist. G. bemüht sich, bei einzelnen Gegen ­ ständen durch genaue Beobachtung der Abnutzungsspuren etc. deren Gebrauch zu ermitteln. Bei den Arm- und Halsringen von relativ kleiner Öffnung nimmt er an, dass sie dem betreffenden Körperteil direkt angegossen wurden. Dr. A. Götze-Berlin. 289. 0. Förtsch: Steinzeitlicher Fund von Schönefeld bei Blöns- dorf. Jahresschrift f. d. Yorgesch. d. sächs.-thür. Länder, 1902. Bd. I, S. 75—79. Bei landwirtschaftlichen Arbeiten wurde eine halbkreisförmige Stein ­ setzung aufgedeckt, in welcher 12 Thongefässe standen. Zwischen den Gefässen lagen ein kleines Feuersteinbeil, ein Bruchstück eines solchen zu einer Säge umgearbeitet, und ein flaches Bernsteinstück mit zwei Durch ­ bohrungen. Yon den Gefässen blieben nur grössere Bruchstücke von drei Exemplaren und eine Anzahl ornamentierter Scherben erhalten. Die Ge ­ fässe sind typische Yertreter der Gruppe der Kugel-Amphoren. Uber die Kombination von Stich- und Schnurverzierung, welche F. als besonders auf ­ fällig hervorhebt, würde er das Nähere in meiner Arbeit über die Kugel- Amphoren (Zeitschr. f. Ethnol. 1900, S. 154 ff.) gefunden haben. Dr. A. Götze-Berlin- 290. 0. Lüdecke: Über die Steinbeile der Umgegend von Halle a. S. Jahresschrift f. d. Yorgesch. d. sächs.-thür. Länder, 1902. Bd. I, S. 1—15, Taf. I—II. Mineralogische Bestimmung der im Provinzial-Museum zu Halle be ­ findlichen Steinbeile aus dortiger Gegend. Es sind folgende Materialien