B. Referate. Urgeschichte. 249 285. v. Schlemmer: Hügelgräber auf dem Trieb bei Giessen. Oberhess. Gescliichtsverein. Fundbericht f. d. Jahre 1899 bis 1901. Giessen 1902, S. 31—46. Ein Hügel, welcher schon früher teilweise ausgegraben war, wurde vollständig und gewissenhaft untersucht. Er enthielt noch 10 Skelettgräber in zwei Schichten, deren Altersunterschied jedoch nicht bedeutend ist, sie gehören nach K. der Hallstattzeit an. Ausser zahlreichen anderen Bronzen kommen sowohl in der unteren wie der oberen Schicht Radnadeln vor, auch Eisen tritt bereits in der unteren Schicht auf. Bei einigen Skeletten wurden Holzteile beobachtet, welche auf die Benutzung von Särgen oder Toten ­ brettern hinweisen. Mehrfach fanden sich Überreste von Geweben vor. Ein hervorragendes Stück ist ein mit Bronzebuckeln besetzter Ledergürtel. Ein zweiter Hügel enthielt nur eine Aschen- und Kohlenschicht mit einem eisernen Halsring und andern Eisenteilen. Nach Gundermanns An ­ sicht ist es kein Grabhügel, sondern eine Wohnstätte, frühestens aus der älteren La Tene-Zeit. Br. A. Götze-Berlin. 286. Kramer: Die Funde auf dem Rodberg bei Giessen. Oberhess. Geschiclitsverein. Fundbericht für die Jahre 1899—1901. Giessen 1902, S. 87—92. K. berichtet über verschiedenartige Funde aus einer Sandgrube an der Wiesecker Strasse (Thongefässe, ein Steinbeil, Reibsteine, sog. Napoleons ­ hüte); ferner über Funde aus Trichtergruben (Scherben, ein „Napoleonshut“) und solche vom nördlichen Abhange des Rodberges. An letzterer Stelle handelt es sich um Spät-La Tene-Saclien, Gefässe, Fibeln, Gürtelhaken, Ringe etc. anscheinend aus Brandgräbern. Genauere Fundberichte sind nicht vorhanden. Br. A. Götze-Berlin. 287. Gundermann: Das örnenfeld im Giessener Stadtwalde. Ober ­ hess. Geschiclitsverein. Fundbericht f. d. Jahre 1899—1901. Giessen 1902, S. 93—122. Ein wichtiges Urnenfeld der römischen Kaiserzeit, von der Mitte des 2. bis gegen das Ende des 3. Jahrh. reichend, wurde im Giessener Stadt ­ walde untersucht. Die Flurbezeichnung „Ursulum“ giebt G. Veranlassung, diesem Namen nachzugehen und zu ermitteln, dass in jener Gegend ein Ort Ursenheim noch 775 bestanden hat, dass aber schon 1495 das Gelände mit Eichwald bedeckt war. Die Gräber bestehen in der Regel aus je einer Urne, die frei in der Erde steht. Die Verbrennung erfolgte für jedes Grab auf einem besonderen Scheiterhaufen. Die Beigaben zeigen durchgängig Brandspuren. Unter den Metallbeigaben ist eine Silbermünze des Vespasian zu nennen. Auffällig ist der Reichtum an Bronzegefässen, von denen mindestens 25 Exemplare in Bruchstücken vorhanden waren. An Fibeln