246 B. Referate. Urgeschichte. Es ist für alle, welche unter Rutots Anleitung die Eolithenfrage gründlich studiert haben, völlig klar, dass die Geologen künftig dieser „Leitfossilien“ nicht mehr entbehren können bei dem Studium der quartären und jungtertiären Gebilde, die, wie der scharf beobachtende belgische Geologe nachweist, in dem Bassin anglo-franco-belge vom mittleren Pliocän bis zum Schluss der grössten Ausdehnung der Gletscher (II. Eiszeit) uns ebenso sicher führen wie die sie begleitenden Tierreste. Auch die letzte Phase des Diluviums ebenso wie das Alluvium, die gegenwärtige Epoche der Quartärformation, hat Rutot in Belgien in den Bereich eingehender strati ­ graphischer Forschungen gezogen. Die Ergebnisse derselben sind in dem umstehend abgedruckten Schema nur angedeutet; sie bieten eine solche Fülle von neuen Beobachtungen, dass sie von jedem, der sich für methodische Ausgrabungen interessiert, im Original gelesen werden sollten. Wie sehr diese das Postglacial betreffenden Dinge anderwärts noch im Argen liegen, geht aus den mit Fragezeichen versehenen Rubriken auf obigem Schema hervor. Möchten sich doch auch recht bald in anderen Ländern geologisch geschulte Pioniere finden, die dem Beispiele Rutots folgend, auf diesem so dankbaren Gebiete Bahn brechen. Br. Otto Schoetensack-Heidelberg. y. Grossbritannien. 279. J. Abercromby: The Oldest Bronze-Age Ceramic Type in Britain; its Close Analogies on the Rhine; its Probable Origin in Central Europe. Journal of the Anthropological Institute, 1903. N. S. Yol. V (XXXII), S. 373—397, Taf. XXIY bis XXXVIL Die eindringendere Beschäftigung mit der neolithischen Keramik, wie sie seit einer Reihe von Jahren in Deutschland betrieben wird, beginnt nun auch im Ausland Interesse zu finden. Hier liegt der erste Versuch eines englischen Autors vor, eine keramische Gruppe in zeitgemässer Weise zu bearbeiten, nämlich die Zonenbecher und ihre Verwandten. Nach Thurnams Vorgang teilt er sie in drei Klassen ein: a) rundliche Becher mit hohem Rand, b) eiförmige Becher mit geschweiftem Rand, c) Becher mit niedrigem Rand. Bei allen drei Klassen kommen ausser Steingeräten und sonstigem neolithischen Inventar vereinzelte Beigaben aus „Bronze“ und Gold vor (wobei freilich noch zu untersuchen wäre, ob wirklich Bronze oder nicht Kupfer vorliegt). A. setzt sie wegen des Vorkommens von Bronze und weil sie mit brachycephalen Schädeln zusammen gefunden wurden, in die Bronzezeit; die Einführung der Bronze in Britannien soll nämlich mit der Ankunft eines neuen, brachycephalen Stammes zusammenfallen. Durch einen eingehenden, auch auf die Ornamentierung sich erstreckenden Ver ­ gleich der englischen Becher mit den niederländischen, rheinischen und