240 B. Referate. Urgeschichte. Resten. Die verwendete Farbe ist von Moissan chemisch untersucht, sie besteht aus schwärzlich geriebenem Pulver von Mangan-Oxyd, gemischt mit Kiesel- und Kalkstücken. Dieselbe Farbe kommt in der Grotte Font-de Gaume vor. Die zweite Gruppe enthält neben Tierdarstellungen eine zelt ­ artige Zeichnung, weshalb die Fundstelle als Saal der Hütte bezeichnet wird; die Streifen sind ebenfalls aufgemalt. Rivière bemerkt dazu, dass dies das einzige Bild einer menschlichen Wohnung aus der magdalenischen Epoche sei. Nun hat aber A. de Mortillet im 3. Aufsatz gewisse Zeichnungen aus den Grotten Font-de-Gaume und Combarelles besprochen, die unter den überwiegenden Tierdarstellungen auffielen; er hält sie gleichfalls für Abbildungen von Hüttenwohnungen, nicht für symbolische Zeichen. Sie ent ­ halten alle einen Mittelmast und konische Zeltbedeckung, daneben Seiten ­ stützen und Eingänge. Zur Vergleichung werden die ebenfalls cylindro- konischen Wohnungen der heutigen Tschuktschen in Sibirien herangezogeu, die unter gleichen klimatischen Verhältnissen leben wie die damaligen Be ­ wohner der Dordogne, gleiche Schnitzereien liefern und ihre Hütten ähnlich wiedergeben wie die Künstler der südfranzösischen Grotten. Der Vergleich ist ohne Zweifel schlagend. Auch die Schilderung und Darstellung nord ­ amerikanischer Indianerhütten durch Catlin ergiebt deutliche Analogien. Somit führen uns die Grottenbilder nicht nur die Fauna, sondern auch die Wohnungen aus den Epochen des Solutréen und Magdalénien in authentischen Darstellungen vor Augen; denn nicht überall gab es Höhlen, man musste künstlich sich warme und wohl verschlossene Wohnungen hersteilen, wie sie der Mensch unter gleichen Lebensbedingungen sich noch heute zu er ­ richten gezwungen sieht. Prof. Dr. Walter-Stettin. 276. Capitan, Breuil et Peyrony: Les figures gravées à l’époque paléolithique sur les parois de la grotte de Bernifal (Dor ­ dogne). Revue de l’École et ¿’Anthropologie de Paris 1903. Année XIII, S. 202—209. Dem unermüdlichen Entdecker der bemalten Grotten des Vezèrethales aus der älteren Steinzeit, Professor Capitan, ist es gelungen, mit Hilfe seiner treuen Arbeitsgefährten den bisher bekannten Grotten eine neue hinzu ­ zufügen. Überblicken wir zunächst einmal die schon bisher bekannt ge ­ wordenen; es sind: Altamira in Nord-Spanien, Pair-non-Pair bei Bordeaux, Marsoulas (Haute-Garonne) Chabot an der Ardèche. Die übrigen drei: La Mouthe, Font-de-Gaume und Combarelles gehören dem Vezèrethal resp. deren Nebenzweig an. Dasselbe gilt auch von der neuentdeckten von Bernifal. Da Ref. im vorigen Jahre selbst im Vezèrethal und unter der Führung des Herrn Peyrony in den Grotten von Font-de-Gaume und Combarelles war, so glaubt er einige Anhaltspunkte zum Verständnis für das Gelingen dieser neuen Entdeckung geben zu können. Ohne Zweifel hat daran Herr