238 B. Referate. Urgeschichte. 270. M. Imbert: Dolmen de Dampsmesnil Eure. L’Homme pré ­ historique 1903. Bd. I, Nr. 1, S. 14, avec %.*) An dem bereits bekannten Dolmen war die clurchlochte Platte des Zugangs durch Steinsucher zerschlagen, der fehlende Teil wurde aber 1894 wiedergefunden, sodass nun die Öffnung auf 60 cm gemessen und ein herum ­ laufender Falz beobachtet werden konnte. Die Steinkammer wird am schmalen Ende von einer grossen, an beiden Seiten von 3 bezw. 4 Platten sowie grossen Decksteinen gebildet und besitzt noch wohlerhaltenes Steinpflaster, ist etwa 2 m hoch, gegen 2 m breit und gegen 6 m lang. Trotz offenbar späterer Benutzung gelang es noch, Scherben, eine Feuersteinpfeilspitze, eine Knochenperle und Schädelfragmente zu bergen. Besonders ist noch die zur Linken in dem Vorraum stehende Platte wegen ihrer Skulptur zu erwähnen, die wohl das weibliche Geschlecht darstellen soll. Vieles an dieser Grab ­ kammer zeugt von der grossen Sorgfalt der Erbauer. Prof. Dr. Walter-Stettin. 271. Ä. Le Maire: Dolmen de Ménouville. L’Homme préhistorique 1903. Bd. I, Nr. 3, S. 87, avec fïg. Auch dieses Ganggrab (Seine et Oise) ist schon langer bekannt, aber erst 1902 genauer untersucht: Von dem Vorraum wird die Kammer durch eine Kalksteinplatte getrennt, die ein roh gearbeitetes Loch enthält; die Kammer selbst hat etwa 1Y 2 m L re ite und 5 1 / 2 m Länge. Nur ist die Durchforschung des Innern erschwert, da ein Tragstein nachgegeben hat und die gewaltige Deckplatte schräg eingesunken ist. Doch förderte man bei grösster Vorsicht mehrere Schädel, viele Knochen, sowie neolithisclie Scherben und Feuerstein Werkzeuge zu Tage, wenngleich auch hier Reste von Nach ­ bestattungen aus römischer Zeit Vorkommen. Wichtig ist, dass mehrere Schädel Trepanation zeigen; auch fand sich ein Schädelausschnitt von unregel ­ mässiger Form mit Spuren der Säge und „Rillen, die anzudeuten scheinen, dass man lange gezögert hat, ehe man sich entschloss, dem Amulett end ­ gültig seine Form und seine Grösse zu geben“. Prof. Dr. Walter-Stettin. 272. F. Pérot; Sur l’authenticité des pointes de flèches en silex des environs de Digoin. L’Homme préhistorique, 1903. Bd. I, Nr. 2, S. 33, avec 16 fig. Die grosse Menge der im Departement Saône et Loire gefundenen Feuersteinpfeilspitzen hat Bedenken gegen ihre Echtheit rege werden lassen, *) Wir benutzen die Gelegenheit, um auf das Erscheinen dieser neuen von Chervin und A. de Mortillet herausgegebenen Pariser Revue mensuelle illustrée hinzuweisen, die sich hauptsächlich auf vorgeschichtliche Archäologie und Anthropo ­ logie in Frankreich beschränken, aber auch Wichtiges aus andern Ländern bringen will. Mitarbeiter, Ausstattung und billiger Preis verdienen vollste Beachtung.