234 i3. Referate. Ethnologie. aufzudrücken. Als äusserste Grenze seines Urteiles stellt Referent die Be ­ hauptung auf, dass diese Zwerge etwas weniger negroid aussehen, als die Papuas der Astrolabe-Bai und ihrer nächsten Umgebung. Unter den Deutungen, welche für Pygmäen im allgemeinen überall möglich sind, dass es sich nämlich um Erscheinungen der Konvergenz oder um eine Rasse handelt, bevorzugt Verfasser augenscheinlich die letztere, während wohl bei dem heutigen Stande unserer Kenntnisse jedesmal von Fall zu Fall entschieden werden sollte, ob die Pygmäen ein Volk, eine Rasse oder Kümmerformen u. s. w. darstellen. Es hängt damit zusammen, dass Verf. der Theorie sympathisch gegenüber steht, welche in allen kleinwüchsigen Elementen etwas gemeinsames, eine einheitliche Völkerschicht sieht, die einer geologischen Formation gleich, sich über weite Erdräume erstreckt. Er weist darauf hin, dass die heutigen Pygmäen rings Tim den indischen Océan angeordnet sind und dass der heutige Kulturzustand der Pygmäen sicherlich nicht ihren höchsten Stand bezeichnet, da Vereinsamung stets den Rückschritt nach sich zieht. Die Zwergvölker Afrikas, Süd-Asiens und des Archipels gehören ferner ihrem ganzen Er ­ scheinungskomplex nach zu der schwarzen Rassengruppe. Durch den Nach ­ weis von Pygmäen in Nordost-Neu-Guinea ist eine Schwierigkeit, welche sich aus ihrer Zurechnung zu der schwären Gruppe ergab, gehoben, da nun auch die Verbindung zwischen Negern, Melanesiern und Papuas herstellbar erscheint. Für die Feststellung des Ursprunges von Neger und Papua ist die Heranziehung der Pygmäen unerlässlich. Räumlich besteht eine Parallele zwischen dem Westen und dem Osten durch den Nachweis der neuen Pygmäen. Hier, wie dort ist dem grosswüchsigen Negroiden eine kleinwüchsige Varietät untergelagert. Auch aus der gegenseitigen Stellung der beiden Varietäten ergiebt sich eine Ähnlichkeit, insofern zunächst im Innern von Celebes die To-Ala nachgewiesen sind; weiterhin angeblich die Pygmäen im Gogol-Gebiet im Sklavenverhältnis stehen. Die To-Ala schliessen die Lücke, welche bisher in der Verbreitung des Negritos bestand, das Sklavenverhältnis der Papua im Gogolgebiet könnte sich als dem gleich heraussteilen, welches die Zwerge am Hofe des Mombutto-Königs als Jäger hinstellt. Endlich findet sich der zusammengesetzte Bogen vollständig unabhängig bei den Pygmäen am Nord ­ ufer des Kivusees. Den gleichen Bogen veröffentlicht Luschan aus Sekar. Ist dieser Bogen nicht zufällig hierher gekommen, so würde sich eine Über ­ einstimmung in dem Kulturbesitz des Ostens und Westens ergeben. Ehe die weitgehenden Folgerungen, welche sich aus dieser Theorie ergeben, aner ­ kannt werden können, wird es indessen noch umfangreicher Untersuchungen bedürfen, um die Möglichkeit, oder Wahrscheinlichkeit auszuschliessen, dass hier die in der Völkerkunde nicht seltenen Erscheinungen der Konvergenz vorliegen. (?. Thilenius-Breslau.