В. Referate. Ethn ologie. 233 darüber anstellen zu können, wieweit die australische Sprache mit den oceanischen Sprachen Berührungspunkte aufweist, hat Verf. dieselben Worte und in derselben Reihenfolge seinem Gewährsmann abgefragt, wie er sie auf Neu-Caledonien, Tahiti etc. seiner Zeit gesammelt und in den Bull, de la Soc. de géogr. de Paris 1870 veröffentlicht hat. Dr. Buschan-Stettin. 265. Paul Huguenin: Raiatea. La Sacrée. Bulletin de la Soc. d’anthrop. Neucliateloise de géographie, 1902. Tome XIV, S. 5—252. Während seines vierjährigen Aufenthaltes in seiner Eigenschaft als Direktor der Schulen fand Verf. reichlich Gelegenheit, Land und Leute der nur 200 qkm grossen Insel Raiatea, einer der Gesellschafts-Inseln, zu studieren. Der umfangreiche Band, in dem er seine Beobachtungen niedergelegt hat, ist vorwiegend ethnologischen Charakters; während die ersten 59 Seiten den geographischen, floristischen, faunistischen, klimatischen und metereo- logischen Bedingungen der Insel gewidmet sind, betreffen Seite 60—246 die ethnologischen Verhältnisse: Im Kapitel ЛII wird dem Leser die Be ­ völkerung der Insel im allgemeinen (Ursprung der Polynesier — Verf. spricht sich für eine asiatische Heimat aus —, Schilderung des tahitischen Typus, physiologisches und pathologisches Verhalten, Bewegung der Bevölkerung, sociologische Eigentümlichkeiten und psychisches Leben), im Кар. VIII die Familie, im Кар. IX das sociale Leben des tahitischen Volkes vorgeführt. Кар. X bringt sodann historische Angaben, Кар. XI behandelt die tahitische Sprache, und Кар. XII giebt Erzählungen, Legenden und volkstümliche Gesänge (mit Musikbegleitung) wieder. — Ein ausführliches Referat bringt Revue de l’École d’anthrop. de Paris 1902, S. 350—353. Der Abhandlung sind 24 Tafeln in Buntdruck (nach farbenprächtigen, von dem Verf. selbst gezeichneten Aquarellen), 31 einfarbige Tafeln und 64 Figuren im Texte beigegeben; die Abbildungen bringen zumeist land ­ schaftliche Scenerien, aber auch ethnographische Gegenstände und anthropo ­ logische Typen zur Darstellung. Dr. Buschan-Stettin. 266. K. Weule: Zwergvölker in Neu-Guinea. Globus 1902. Bd. LXXXII, Nr. 16. Im Anschluss an die ersten von der Expedition Lauterbach stammenden Nachrichten über Zwergvölker in Neu-Guinea veröffentlicht Verfasser drei Photographien von Pygmäen aus dem Stromgebiet des mittleren Ramu. Damit bestätigen sich, wie so häufig die Angaben Eingeborener, in diesem Fall besonders derer vom Sattelberg und von Simbang. Verfasser bezeichnet als durchaus nicht unmöglich, dass diese Ssigauii-Pygmäen dem Wuchs nach typische Pygmäen sind, während der Tropfen Papuablutes, der viel ­ leicht in ihren Adern rollt, hinreicht, ihnen die Züge des Küstenbewohners