230 B. Referate. Ethnologie. Wir müssen dem Yerf. für seine fleissige und übersichtlich orien ­ tierende Arbeit sehr dankbar sein, die eine fühlbare Lücke der Litteratur ausfüllt. Die einschlägige Litteratur ist schwierig zu beschaffen, noch schwieriger, von ihr überhaupt Kenntnis zu erhalten. Yerf. erreichte beides und bietet eine übersichtliche Bearbeitung. Hoffentlich folgen bald andere „Gruppen“ in gleicher Art und Weise nach. Einen nicht minderen Dank verdient die Wiener anthropologische Gesellschaft für die mustergiltige Drucklegung. Br. R. Lehmann-Nitsche-La Plata. 261. R. Karutz: Engano-Popolo. Malayische Einflüsse im Bismarck- Archipel. Globus 1903. Bd. LXXXIII, Nr. 2. Die wenig zahlreichen, aber durch ihre charakteristische Form auf ­ fallenden und gut bekannten Speere von Engano in Beziehung zu setzen zu den eigentümlichen Hau- und Reisswuiffen von Popolo ist der Zweck der vorliegenden Arbeit. Kannte man bisher die Engano-Speere nur mit eiserner Klinge, so kann Karutz aus den Beständen des Museums für Yölkerkunde in Lübeck vier Exemplare aus Engano mitteilen, welche sicher die Vor ­ läufer oder Urbilder der eisernen Spitzen darstellen. An dem einen Speer ist das Mittelstück der Spitze ein breiter, platter, mit einem Holzfutter ausgefüllter Röhrenknochen, der an den zwei gegenüberliegenden Kanten mit je drei Längsschlitzen zur Aufnahme eiserner zweischneidiger Zacken versehen ist. In das obere Ende des Knochens ist eine Schneide einge ­ klemmt. An dem zweiten Speer besteht das Mittelstück der Spitze gleich ­ falls aus einem Röhrenknochen, dessen Schmalseiten jedoch nur zweimal zur Aufnahme der Eisenzacken durchbohrt sind; in das obere Ende ist ein scharfrandiges Eisen von unregelmässig viereckiger Gestalt eingelassen. Der dritte Speer zeigt das Mittelstück der Spitze aus Holz, wenn auch ebenso geformt, wie bei den beiden vorhergehenden, die Schmalseiten tragen Aus ­ schnitte zur Aufnahme eiserner Zacken. Der vierte Speer trägt eine Eisen ­ spitze von der Form etwa einer Messerklinge, deren Rücken 6 Zacken trägt. Der zweite, dritte und vierte Speer zeigen auf dem Schaft ein Zickzack ­ ornament, zu welchen sich auch Spiralmotive gesellen. Es geht zunächst aus den Stücken hervor, dass der Eisenzeit von Engano eine Stein- und Holzzeit vorausging, und der Übergang vollzog sich ohne prinzipielle Änderung der Typen, abgesehen von solchen, die das Material nötig machte. Die Ähnlichkeit dieser Speere mit denen von Popolo, welche zahnförmige Zacken aus Schildkrot tragen, ist augenfällig. Zur Erklärung dieser Übereinstimmung erwähnt Verfasser folgende Möglichkeiten: 1. Es können alte Engano-Speere nach Popolo gelangt sein, sodass wir in den Waffen dieser Insel die Form der ersteren im Original oder nachgeahint wiederfinden. 2. Es sind Engano-Speere der Eisenzeit nach Popolo ver ­ schleppt und von den dortigen Eingebornen in dem Material ihrer Insel