B. Referate. Ethnologie. 219 dass die unteren Extremitäten beim Weibe stets, oder wenigstens im Mittel kleiner sind als beim Manne; doch bezieht sich diese Kleinheit lediglich auf die Schenkel und scheint von der Entwickelung des weiblichen Beckens abzuhängen, welches auf das Wachstum der Schenkel einen hemmenden Einfluss ausübt. Bei der Zunahme der Körpergrösse ist es vorzugsweise die untere Extremität mit dem Becken, welche diese Zunahme bewirken. Die stärkere Entwickelung der oberen Extremität ist jedoch stets auf Rechnung des Vorderarmes zu setzen, wenn auch derselbe beim Weibe etwas kürzer ist, als beim Manne. P. sucht im weiteren Verlaufe seiner Messungen den Beweis zu er ­ bringen, dass die Dimensionen des Rumpfes mit jenen des Kopfes und seiner einzelnen Teile in Beziehung stehen; so findet er z. B., dass bei zunehmendem Wachstum der Körpeigrösse der glabellöse Durchmesser viel rascher wachse als der metopische, oder dass der Stirndurchmesser schneller zunehme als die Körpergrösse. Die zweifellose Enge der weiblichen Stirne hält er mit Welcker für ein konstantes sekundäres Geschlechtsmerkmal der Europäer. Die Schädelhöhe ist beim Weibe stets niedriger als beim Manne. Während P. bei den Messungen der Augenhöhle noch einen Einfluss seitens des Ge ­ schlechtes und der Körpergrösse zu finden vermeint, stellt sich ihm bei den Nasenmesssungen eine unglaubliche Variabilität der Formen entgegen; dessen ­ ungeachtet rechnet er heraus, dass sich die Form der weiblichen Nase mehr jener des Kindes nähere, was allerdings bereits vorher auch ohne Messungen längst bekannt war. Der alonasale Index steht in enger Beziehung mit dem Nasenprofil, und er nimmt ab, je mehr sich die äussere Nasenform der konkaven nähert. Ebenso scheint es Wechselbeziehungen zwischen der sub- nasoalveolären und der Nasenhöhe zu geben; nimmt diese zu, so nimmt jene ab und umgekehrt; auch in der geringeren Flöhe der Zähne erblickt P. ein sekundäres Geschlechtsmerkmal. Br. Oskar v. Hovorka-Wien. 248. L. Niederle: Prispevek k poc. hist slov. (Beitr. zu d. An ­ fängen der slovakischen Geschichte). Tovarysstvo (Rosen- berg-Ungarn) 1900. Bd. III, 171. Verf. konstatierte im Museum zu St. Martin (Turöcz) Objekte aus Urnenfeldern vom schlesischen Typus, welche beweisen, dass das betreffende Volk (Slaven, hier Vorfahren der Slovaken) noch vor Chr. Geb. über die nördlichen Karpathen längs der in die Donau mündenden Flüsse in die ungarische Slovakei eingedrungen ist. Br. H. Matiegka-Prag. 249. A. Weisbach: Die Slovenen. Mitteilg. der anthrop. Gesell ­ schaft in Wien, 1903. Bd. XXXIII, S. 234. Nach denselben Grundsätzen, wie sie bei den Deutschen der öster ­ reichischen Alpenländer und bei den Bosniern zur Anwendung kamen, unter ­