218 B. Referate. Ethnologie. Auf das kürzlich erschienene Werk Rouse Greek, Votive Offerings, 1902, werde ich an einer andern Stelle zurückkommen. Von Interesse ist der Hinweis auf die Skelett-Darstellungen der Trinkbecher des Silberschatzes von Boscoreale. L. Stieda-Königsberg. 247. G. Papillault: L’homme moyen à Paris. Bull, et Mém. de la Soc. d’anthropologie de Paris, 1902. Série 5, Tome III, S. 393—526. Nicht um den Canon der Proportionen des menschlichen Körpers oder eine „goldene Regel“ zu finden, unternahm P. an 100 männlichen und eben ­ soviel weiblichen Leichen der Pariser Anatomie äusserst genaue, äussere und innere anthropometrische Messungen, sondern lediglich zu dem Zwecke, um die geschlechtlichen und Höhenschwankungen und deren Wechselbe ­ ziehungen bei der Pariser Bevölkerung festzustellen. Wesentliche Dienste leistete ihm dabei auch die radioskopische Vergleichung, welche die nach den üblichen Methoden ausgeführten Messungen bedeutend vervollständigt«. Das Leichenmaterial gruppierte er so, dass er bei jedem Geschlechte drei Körpergrössen, die kleinste, mittlere und grösste aufstellte und zwar bei den Männern: 160,9, 167,5 und 173,7 cm, bei den Weibern 150,4, 156,3 und 163,5 cm. Da er bei jeder Leiche 98 festgesetzte Messungen abnahm, so bekam er ca. 20000 Zahlen im Ganzen. Das grosse Zahlenmaterial be ­ handelt er in drei grossen Abschnitten, welche dem Rumpfe, den Extremi ­ täten und dem Kopfe gewidmet sind. Die Körpergrösse ergab bei den Parisern 167,7 cm, bei Pariserinnen 156,4 cm im Mittel. Indem er die mittlere Länge der Wirbelsäule bei den Männern auf 60,4, bei den Weibern auf 55,9 cm in der Projektion fest ­ setzt, bezeichnet er die geringere Länge derselben als einen sexuellen Charakter beim Weibe. Den Halsabschnitt der Wirbelsäule findet P. weniger ent ­ wickelt beim Weibe und bei den kleinen Individuen. Der dorsale Ab ­ schnitt ist dagegen bei denselben Gruppen mehr entwickelt. Der lumbale Teil ist bei allen Gruppen fast derselbe, ja die lumbale Krümmung ist bei beiden Geschlechtern ganz dieselbe. Die Neigung des Beckens zeigt sich bei den Weibern stärker als bei den Männern, ebenso ist ihre Conjugata grösser (11,0) als bei den Männern (9,8 cm); dagegen weisen diese einen grösseren bitrochanteren Durchmesser auf (30,12) als jene (29,52). Es ist nur auf die grösseren Dimensionen des weiblichen Beckens zurückzuführen, wenn der Rumpf des Weibes relativ höher ist, als jener des Mannes; die relativen Rumpfverhältnisse nehmen langsam ab, wenn sich die Körpergrösse vermindert, jedoch stets im geringerem Maasse als die Wirbelsäule. Der Hals des Weibes, verglichen mit der Wirbelsäule oder Körpergrösse ist etwas länger als jener des Mannes. Aus der Betrachtung der Messungen der Extremitäten geht hervor,