B. Referate. Anthropologie. — Ethnologie. 205 theoretisch gewonnenen Gesetzes kommt Verf. zu der Ansicht, wie nach neuesten Untersuchungen 2 Stunden physischer Arbeitsleistung für den Tag bei ökonomischer Verteilung der Arbeit und ihres Erzeugnisses ausreichen sollen, so möchten auch wohl 2 Stunden geistiger Arbeit für den Tag ge ­ nügen, um unter verständiger Arbeitsbewertung die Welt in ihrem Gange zu erhalten. Welch mächtigen Ausblick bietet diese Lehre von der Zeit ­ verschwendung für die sociale und Rassenhygiene und Erziehung! Der Dichter der Zukunft, meint Verf. am Schluss, würde vielleicht singen: „Besser der Neuen Welt Stunde als Europas langer .Tag“. Sollte indes nicht des Verf. Postulat trotz der ihm innewohnenden Wahrheit ein frommer Wunsch bleiben? Br. Läufer-Giessen. II. Ethnologie. A. Allgemeines. 242. Bibliotheca geographica. Herausgegeben von der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Bearbeitet von Otto Baschin. Bd. VIII, Jahrgang 1899. Berlin, W. H. Kuehl, 1902. Wir haben bereits mehrfach Gelegenheit genommen, auf die verdienst ­ volle Litteraturzusammenstellung Baschins’s in gebührender Weise aufmerksam zu machen. Der vorliegende 8. Band verdient in gleicher Weise unsere ungeteilte Anerkennung. Indessen können wir es uns nicht versagen, auf einen kleinen Übelstand hinzuweisen, d. h. das allzuspäte Erscheinen des Berichtes. Er bringt die geographische Litteratur des Jahres J899 und gelangt erst mit Beginn des Jahres 1903 zur Ausgabe. Würde es sich nicht ermöglichen lassen, bereits ein Jahr nach dem Erscheinen der Litteratur die Zusammenstellung der Öffentlichkeit zu übergeben? Bei anderen Dis ­ ziplinen, die über eine viel weiter zerstreute Litteratur verfügen, ist diese Schnelligkeit der Berichterstattung doch erreicht worden. Wie wichtig es bei unserem schnellarbeitenden Zeitalter und der grossen litterarischen Uber ­ produktivität für den, der wissenschaftlich arbeitet, ist, möglichst schnell Kenntnis von der vorhandenen Litteratur zu erhalten, bedarf keiner weiteren Ausführung. Bei den nahen Beziehungen der Geographie zur Anthropologie und Ethnologie erscheint es überflüssig, von neuem darauf hinzuweisen, dass die Bibliotheca geographica auch für unsere Eachgenossen von grösstem Werte ist, zumal sowohl in dem allgemeinen Teile, wie auch in der speziellen Geographie bei den einzelnen Ländern der „Anthropogeographie“ stets ein besonderes Kapitel eingeräumt wurde. Natürlich können wir keine er ­ schöpfende Zusammenstellung der einschlägigen Litteratur erwarten, sondern dieselbe nur soweit vertreten sehen, als sie zur Geographie in engerem Zu ­ sammenhänge steht. Aber es bestehen ja für diese Zwecke besondere