196 A. Originalarbeit. namen, endlich ihre archäologische Hinterlassenschaft bezeugt, wozu ältere und jüngere Winkelbandkeramik gehören. Am Ende der neolithischen Periode kreuzte sich im Mittel ­ rheinlande mit der von den Altligurern geübten, steifen Winkel ­ bandkeramik, die in süd-nördlicher Linie vorgedrungen war, die aus dem Osten stammende Spiralkeramik, welche thrakisch-illyrische Stämme auslibten. Die Resultate dieser Kreuzung ergaben den Albsheimer Typus, der beide Motive, das Winkelband und die Bogenlinie, in sich zu einem dritten Typus vereinigt. 5 ) Wenn Köhl mit Recht anführt, dass „die Ornamentik hier schon mehr verflacht und verwildert ist“, so steht dies mit der Thatsache der Kreuzung zweier Stilrichtungen im Zusammenhang, wobei nichts Besseres herauskommen kann, zweitens mit dem Gebrauche des Metalles, hier in Form von dreieckigen Kupferdolchen und Bronze- spiralen, der stets auf die Keramik degenerierend gewirkt hat. 6 ) Die Albsheimer Periode 7 ) bildet den Abschluss der neolithischen Phase im Mittelrheinlande und den Übergang zur Metallzeit. Wenn die Etappen, auf denen die Spiralkeramik aus Mösien und Dacien längst der Donau nach Westen bis zum Neckar und Rhein vordrang, noch reichhaltiger festgestellt sein werden, 8 ) ebenso die betreffenden Grabfelder, die jetzt noch selten sind, dann wird unsere, die Forschungen im Ost und West, zusammen- fassende Gesamtansicht von der Gegenwirkung der verschiedenen Formenkreise zur neolithischen Periode und vom Einfluss, den der Osten Europas und die Balkanhalbinsel auf die Weiterentwicklung dieser Periode und ihren Übergang zur vollen Metallzeit ausgeübt hat, noch im Einzelnen bestätigt und ausgearbeitet werden können. Die Thalengen des Rheins und der Donau brachten die Urein ­ wohner und ihre Schnittpunkte die Weiterbildung der Kultur. Naturgemäss häufen sich diese Funde im ersten Teile dieses Landes, von Strassburg abwärts über Neustadt, Dürkheim, Worms, Mannheim bis Mainz, Bingen, Wiesbaden. In Rücksicht auf die 5) Köhl a. 0. S. 12. 6) Über das Albsheimer Grabfeld vgl. Mehlis: „Studien der ältesten Ge ­ schichte der Rheinlande“, II. Abt. S. 13—29. Köhl: Neue prähistorische Funde aus Worms u. Umgebung, S. 57, Nr. 3 u. 4. 7) Im Gegensätze zu Dr. Köhl, der „über die neolitliische Keramik Süd ­ westdeutschlands“ S. 11 behauptet: „Auf diesen — den Albsheimer — Gefäss- typus habe ich zuerst aufmerksam gemacht“, stelle ich fest, dass in den „Studien zur ältesten Geschichte der Rheinlande“ III. Abteilung, S. 17, Fig. 5 zuerst von mir dieser Typus festgestellt und S. 17—19 in seiner Eigentümlichkeit beschrieben wurde. 8) vgl. Schliz a. 0., S. 11: Karte der bandkeramischen Stationen.