194 A. Origmalarbeit. baues, 54 km von der Hauptlinie Belgrad-Nisch gegen Westen, in einem Hügel angetroffen wurden. Die Schicht hat eine Dicke von 0,30—2 m. In ihr lagen Klumpen von Hüttenlehm, Topfscherben, Knochen, Steinwerkzeuge, Thonstatuetten und dergl. Darunter stiess man auf die Feuerstellen mit Mahlsteinen und Herdsteinen. Wir haben also hier eine Wohnstätte der jüngeren Neolithik aus dem Gebiete der Morawa, des alten Margus, der Moesia superior, jetzt Serbien, durchfloss. — Die Fundstücke sind im Nationalmuseum zu Belgrad untergebracht. Unter ihnen ziehen die Aufmerksamkeit der Archäologen be ­ sonders auf sich die Reste kleiner, gebrannter Thonstatuetten. Während Butmir in Bosnien nur 72 Thonstatuetten geliefert hat, sind von Jablaniza bisher 83 Stück bekannt und meist hier abgebildet. Der Yerf. scheidet hier diese primitiven Skulptur werke in solche mit Yogelgesichtstypen und menschlichem Gesicht. Eine dritte Gruppe, rohe Idole, gehören zu keiner von beiden Klassen (Fig. 1—4). Diese Thonbilder geben meist weibliche Figuren wieder, wobei einzelne ausgeprägte Steatopygie aufweisen. Die Idole er ­ innern an ähnliche von Troja und Mykenae, besonders die mit dem Yogelkopf, die Schliemann der Athene glaukopis zugeschrieben hat. Aus Stein sind mehrere Tiergestalten dargestellt, so Vogel und Rind. — Spuren von Kleidung, besonders von Schürzen, lassen die Frauen ­ figuren mit denen von Butmir übereinstimmen, ebenso gehören die Fundstellen von Tordos, Cucuteni und andere im südlichen Ungarn hierher. — Auch die Caroussels aus Thon stimmen mit den Tro ­ janischen überein, ebenso Wurfkugeln aus Thon, die man in Jabla ­ niza und Hissarlik in grosser Anzahl gefunden hat. Die Keramik stimmt in Gestalt — halbkugelige, rohe Töpfe, vielfach mit Warzen —, Technik (roher Brand), Henkelbildung (hierunter auch eine kyprische Form, Fig. 125) und besonders im Ornament, das aus eingefurchten parallelen und spiralischen Linien, Winkelbändern mit Grübchen, mit weissen Pasten ausgefüllten Punkten besteht, mit den Erscheinungen der Spiralkeramik und der jüngeren Winkelbandkeramik überein, wie sich solche auch in Mittelrheinland bemerkbar macht. Einzelne Fundstücke, so Fig. 128, 129, 130, 131, könnten gerade so gut Grabfeldern und Wohnstellen aus der Gegend von Worms oder Dürkheim entstammen. Zunächst jedoch stehen diese Formen in Verbindung mit Butmir, wo die Spirale als Relief auftritt, Bos-öjük und Troja. — Ob übrigens die Drehscheibe in Jablaniza erwiesen ist, muss nach den vorliegenden Abbildungen noch bezweifelt werden. — Einen Fortschritt stellte jedenfalls gegen ­ über den kleinasiatischen, nördlichen und westlichen Fundstellen