192 C. Kongressbericht. Andere "Vorträge beschäftigen sich mit dem Stufenbuch (Stepennaja knige), einer altrussischen Genealogie, mit einem kleinrussischen Philosophen Skoworod, mit Evangelien-Handschriften u. s. w. In der 7. Sektion (Klass. byzant. westeuropäische Altertümer) wurden einige Vorträge gehalten, von denen wenigstens die Titel hier mit ­ zuteilen wären. D. W. Ainalow sprach über die Ceremonien und Empfänge der russ. Fürstin Olga am kaiserlichen Hof zu Konstantinopel, wobei er den merkwürdigen Thronsessel des Kaisers ausführlich beschreibt. Kulakowski schildert die Einrichtung eines byzantinischen Lagers im X. Jahrhundert; das Lager war für 16 000 Mann festgesetzt. Shyssojew erörterte die Nationalität der Kimerier, ohne zu einem völlig abschliessenden Urteil zu gelangen; er meint, das Wort Kimerier sei kein griechisches. Aus den Vorträgen der 8. Sektion (Slavische Altertümer) sei hin ­ gewiesen auf eine Mitteilung Lipowskis: Kann man infolge philologischer Erwägungen die Gorodischtschen des Dnjeper Gebietes (Pridnjeprowja) den Slaven zusprechen? Der Vortragende beantwortet die Frage mit „nein“. Es kann als eine ausgemachte Thatsache gelten, dass jene Grodischtschen eine skythisch-griechische Kultur aufweisen; überdies sind die Skythen nicht als Slaven anzusehen. In der archaegraphischen 9. Sektion wurde nur über die Ein ­ richtung von Archiven in Russland verhandelt. D. Tagesgeschichte. Görz. Am 20. Februar verstarb im Alter von 82 Jahren der österreichische Diplomat Karl Ritter von Scherzer, der sich bekanntlich vom Setzerlehrling bis zum bevollmächtigten Minister emporgearbeitet hatte. Seine Verdienste um die Ethnographie hatte er sich in erster Linie als Teilnehmer der Novara-Expedition und Bearbeiter des „wissenschaftlichen Teiles“ dieser Reise erworben. Königsberg. H. Kemke wurde als Custos des Prussia-Museums angestellt. Stockholm. Die Verwaltung des von Dr. Arthur Hazelius gegründeten Nordischen Museums hat als Direktor des eigentlichen Museums Dr. Bernhard Salin, bisherigen Assistenten am historischen Staatsmuseum, und als Direktor des Freilufts ­ museums Skansen, Dr. Gunnar Hazelius, den Sohn des Begriindes. bestimmt. Aufruf. Mit der Herstellung eines Sammelbandes der kleineren archäologischen Schriften des f Dr. Otto Tischler beschäftigt, richtet der Unterzeichnete hierdurch an alle Freunde Tischler’s die Bitte, ihm von dem Vorhandensein solcher Schriften Kenntnis zu geben, soweit sie nicht schon von Prof. Dr. Lindemann in den Schriften der physikalisch-ökonomischen Gesellschaft in Königsberg Bd. XXXII (1891, in seiner Rede am Sarge Tischler’s) und von dem Unterzeichneten an derselben Stelle Bd. XXXVI (1895), Sitzungsberichte S. 34 Anm. 29, sowie im Vorwort zu dem von Tischler hinterlassenen Tafelwerke über ostpreussische Altertümer (Königsberg 1902) S. 8 Anm. 1 aufgeführt sind. Heinrich Kemke, Königsberg i. Pr., Steindamm 165/166.