B. Referate. Urgeschichte. — G. Kongressbericht. 187 unrichtig, betont aber die gleichartige Beschaffenheit der Stücke (mit Aus ­ nahme eines Stückes), welche die Annahme eines Depotfundes wahrscheinlich macht. Der Fund besteht aus 26 Dolchklingen, teils Flach-, teils mit Mittelrippe, 2 Klingen mit massiver Angel (Speerspitzen?), 3 Kurzschwertern nebst einigen hohlgegossenen Bronzegriffen, 2 pfriemenartigen Geräten, 27 Beilen, davon 4 mit einem Loch versehen, 2 halbmondförmigen Beil ­ klingen oder Helmkristen, 2 Tutuli, 2 Siegeln, einer Nadel mit abgerundetem, kegelförmigem Kopf und einigen andern undeutbaren Gegenständen, v. L. ist nicht abgeneigt, einen Teil der Beile als Surrogate für Geld anzusehen (eine Deutung, der Ref. sympathisch gegenübersteht; vgl. Globus Bd. LXXI, Nr. 14). Im höchsten Grade merkmürdig sind zwei auf einem Beil ange ­ brachte Zeichen, die Darstellung einer menschlichen Fusssohle und ein X-förmiges Zeichen zwischen zwei Querstrichen. Yerf. will sich nicht ent ­ scheiden, ob sie als Wertmesser oder Eigentumsmarken aufzufassen sind; das letztere Zeichen wiederholt sich auf einer der Dolchklingen. (Es sei daran erinnert, das es auch einige Male auf prähistorischen Bronzen in Europa vorkommt.) Die Analyse eines Dolches durch Weeren ergab 89,25°/ 0 Kupfer und 10,56°/ 0 Zinn, diejenige eines Beiles durch Rathgen 92,97 °/ 0 Kupfer und 3,89 °/o Zinn. • Br. A. Götze-Berlin. C. Kongressbericht. Der XII. Russische archäologische Kongress in Charkow, 1902. Yon L. Stieda-Königsberg. In Charkow fand in den Tagen vom 15.—27. August alten Stils der XII. Russische archäologische Kongress statt. Das sog. vorbereitende Kon ­ gress-Komitee hat seine Arbeiten in 2 Bänden herausgegeben; ausserdem sind während des Kongresses wie gewöhnlich die Nachrichten (238 Seiten) erschienen, in denen in Kürze über die stattgehabten Yorträge berichtet wird. Herr Trutowsky-Moskau, Konservator der Orusheinaja Palata hat die grosse Güte gehabt, mir die 3 Bände zuzusenden und mir dadurch die Möglichkeit gewährt, über den Inhalt einiges mitteilen zu können. Ich sage Herrn Trutowsky auch an dieser Stelle meinen verbindlichsten Dank für seine Liebenswürdigkeit und Gefälligkeit. Es hat auch im Anschluss an den Kongress eine Ausstellung ge ­ geben, doch ist darüber weder in den Arbeiten des vorbereitenden Komitees, Q och in den Nachrichten etwas herauszufinden. Ein Katalog der ausge ­