B. Referate. Urgeschichte. 185 zeit in Mitteldeutschland nicht selten. In den mährischen Höhlen fanden ihn Maska und Kriz. Verf. sammelte nun in der Balcarhöhle bei Ostrov in einer mächtigen Schichte Knochen von kleinen Tieren, die wohl von der Schneeeule hierher verschleppt wurden, 5916 Kieferhälften des grossen und 4 des nordischen Lemming (Myodes lemmus, der in der Ebene lebt). Dr. H. Matiegka-Prag. 228. M. Kriz: Pizmon [Ovibos moschatus Blainville] na Morave (Der Moschusochse in Mähren). Casop. mor. mus. zemsk. Brünn 1902. Bd. I, S. 3. Schön im Jahre 1894 konnte Dr. D. Cerskij 9 Schädelfunde in Russ ­ land, 9 Funde aus England, 3 aus Frankreich, 10 aus Deutschland auf ­ zählen. In Böhmen wurde der Moschusochse in den Lochover Brüchen (Jicin), in Mähren in der „Certovä dira“ bei Stramberg und der Bycisltala- Höhle, in Galizien in der Höhle Murek bei Mnikov (Krakau) aufgefunden. Yerf. fügt nun eine ausführliche Beschreibung eines solchen Fundes in Stram ­ berg bei. Aus den Funden lässt sich die Verbreitung dieses Tieres von den Inseln des Eismeers über Sibirien nach Nord- und Mitteleuropa ver ­ folgen. Dr. H. Matiegka-Prag. 229. J. Kucera: Zprävy o pfedhist nälezech z okoli Uh. Brodu (Berichte über prähist. Funde aus d. Gegend v. Ung. Brod — S.O.-Mähren). Casopis \i. sp. muz. in Olmütz, 1902. Bd. XIX, S. 83. 1. Neolithische Ansiedlung bei Hradcovic. Neben Stein-, Bein- und Knochengeräten (eines davon aus einem diluvialen Knochen gefertigtes, beim Bohren gesprungenes) typische kugel-, krug- und schalenförmige Gefässe, mit Konvoluten und gebrochenen Linien verziert. — 2. Ansiedlung aus d. Übergangszeit bei Ung. Brod. Neben neolithischen Gelassen neue Formen; beachtenswert mehrere Schalen mit hohlen oder massivem Fusse, 3 schiff ­ ähnliche Gefässchen, Thonnachbildungen von Tierköpfen, menschlichen küssen, Löffel und Löffelstielen, Bronzepfeilspitze, Sichel-, Armring-, Nadeliragmente, Angelhaken etc. — 3. Massenfund von Volenov. 7 offene Bronzearmbänder mit Linienornament (ungar.), 5 Spiralen, 2 Spiraldrahtringe, sämtlich aus der späten Bronzezeit. — 4. Kulturgruben und Gräber mit Hockerskeletten bei Ung. Brod, die ersten in dieser Gegend, soweit den Angaben der Arbeiter Glauben geschenkt werden kann. Ohrringe und Gefäss ohne Ornament. — 5. Ansiedlung und Grabfeld aus der römischen Kaiserzeit bei Ung. Brod, datiert durch Terra-sigillata-Scherben, provinzialrömisches Wellen-, ge ­ stochenes Mäander-, plastisches Bandornament, Glasperlen, Fibelfragment etc. —- 6. Reihengräber aus der Zeit des grossmährischen Reiches bei Tesov. Gefässe mit Wellenornament, Eisenbeil (Franziska), Pfeilspitzen (eine doppel ­