182 B. Referate. Urgeschichte. In der Specialbeschreibung wäre es sehr nützlich gewesen, wenn Hr. Schmidt bei jedem von ihm behandelten Gegenstände die Nummern der in Betracht kommenden Gräber genannt hätte. Die litterarischen, sowie die Hinweise auf Parallelstücke in andern Sammlungen sind viel zu allgemein gehalten. Heinrich Kernke - Königsberg. y) Österreich. 220- M. Much: Prähistorischer Bergbau in den Alpen. Zeitschrift d. deutschen u. österreichischen Alpenvereines, 1902, S 1 ff. Verfasser ist zur Darstellung dieser Materie besonders berufen, da er nicht nur ein genauer Kenner der prähistorischen Funde in den Ostalpen ist, sondern sich auch grosse Verdienste um die Erforschung des vorge ­ schichtlichen Kupferbergwerkes auf dem Mitterberge bei Bischofshofen er ­ worben hat. Er kommt zu dem Ergebnisse, dass die Menschen in den Alpen im Gegensätze zu anderen Gebirgen schon sehr frühzeitig eingezogen seien, um die Schätze der Berge zu gewinnen. Beweise dafür sind die neolithischen Funde von Hallstatt und Hammerau bei Reichenhall, ferner die Werkstätte für Stein Werkzeuge auf dem Götschenberge bei Bischofshofen. Später wurden neben einigen Salzlagern auch die Kupferlager auf der Mitter- bergalpe und der Kelchalpe bei Kitzbüchel ausgebeutet. Im Jahrtausend vor Christo wurde auch Eisen gewonnen, und zwar in solcher Güte, dass das norische Eisen einen grossen Ruf erlangte. In Kärnten wurde auf Blei gegraben, und dieses zur Verzierung von Thongefässen verwendet. Zum Schluss fordert der Verfasser die Besucher der Alpen auf, ihre Aufmerksamkeit den Spuren vorgeschichtlichen Bergbaues zuzuwenden und durch neue Beobachtungen die Lücken unserer Erkenntnis ausfüllen zu helfen. Die klar und übersichtlich geschriebene Studie orientiert trefflich über die einschlägigen Fragen. Ihr Wert wird erhöht durch eine grosse Anzahl guter Abbildungen. £)r. Gustav Kraitschek-Landskron. 221. J. L. Cervinka: Pravek (Urgeschichte). I. 1903. Ung. Hradischt, (Mähren). Unter diesem Titel beginnt der tüchtige mährische Archäologe J. L. Cervinka ein „Centralblatt für Prähistorie und Anthropologie der böhmischen Länder“ in 2 monatlichen Heften mit den nötigen Illustrationen herauszu ­ geben, nachdem die bisher erscheinenden mährischen Musealblätter bei ihrem weiten Programme die Verarbeitung des hier zu Lande sehr reichlichen prähistorischen Materials nicht bewältigen. Die wichtigeren Aufsätze werden in diesem Blatte Berücksichtigung linden. I)r. Matiegka-Prag.