ß. Referate. Urgeschichte. 179 12* der beiden ältesten Interglacialzeiten fallen, das Moustérien, desgleichen die Lössfunde im Eisass, sowie die Mammutjäger-Funde in Niederösterreich und Mähren der Riss-Würm-Interglacialzeit entsprechen und das Magdalénien dem Bühlstadium parallel zu setzen sein. Die von de Mortillet unter ­ schiedenen paläolithischen Epochen, welche er als bestimmte Entwicklungs ­ phasen in der Herstellung und im Gebrauch von Steinwerkzeugen hinstellt, entsprechen also bestimmten Abschnitten der Erdgeschichte. — Da wir für den präglacialen Menschen in Europa keine sichere Spur besitzen, können wir das Alter des Menschengeschlechtes mit einiger Wahrscheinlichkeit hier auf ein paar hunderttausend Jahre veranschlagen. Das Neolithikum datiert Verf. auf etwa 7 000 bis höchstens 10000 Jahre zurück. Der Hiatus zwischen älterer und jüngerer Steinzeit, d. h. zwischen Bühl- und Daun ­ stadium, würde nach des Yerfs. Berechnung auf 10000 bis höchstens 20000 Jahre zu berechnen sein; übrigens beginnt derselbe, wie bekannt, sich durch neuere Entdeckungen schon allmählich zu schliessen. Unter solchen Um ­ ständen ist Yerf. auch nicht der Annahme abgeneigt, dass die Neolithiker kein zugewandertes Yolk gewesen sein, sondern sich aus den Paläolithikern ■entwickelt haben mögen. Bxischan-Stettin. 216. Josef Szombathy: Die Markhöhle in den langen Knochen von Elephas primigenius. Mitteil. d. Anthropol. Gesellschaft in Wien, 1901. Bd. XXXI, Sitzgsber., S. 74. Zwischen Makowsky und Szombathy dreht sich schon seit einiger Zeit der Streit um die Frage, ob die in den mit abgeschlagenen Enden aufge ­ fundenen Mammutoberarmknochen der Brünner Diluvialfunde (Wranamühle) vorhandenen viereckigen Höhlungen die natürliche Markhöhle vorstellen oder künstlich durch Menschenhand erzeugt worden sind. Nachdem Szombathy bereits an recenten Elephantenhumeri den Nachweis erbracht hatte, dass diese Tiere eine derartige Markhöhle besitzen, zeigt er von neuem an vier frisch durchsägten intakten Röhrenknochen des Elephas primigenius, darunter auch einem Oberarmknochen eines noch nicht ausgewachsenen Tieres, sowie an zwei Humeri eines ausgewachsenen Elephas indicus, dass diese eine wirkliche Markhöhle von entsprechender Geräumigkeit besitzen, wobei er seine Ausführungen durch 7 wohlgelungene Abbildungen der betreffenden Durchschnitte unterstützt. An dem diluvialen Humerus „fällt vor allem die Gestalt der Markhöhle und deren inniger Zusammenhang mit der Struktur der Spongiosa auf. Der Querschnitt der Markhöhle bildet ein nahezu quadra ­ tisches Viereck, dessen Seiten 3—3,4 cm lang sind. Die Markhöhle ist auf allen Seiten von spongiösem Knochengewebe umgeben .. .“ Nach Prüfung des vorliegenden Materials glaubt sich Yerf. in seinem früheren Urteil be ­ stärkt, „dass die Mammutknochen von der Wranamühle bei Brünn weder v om diluvialen Menschen glatt ausgekratzt, noch durch das Einstossen eines